Leo A. Nefiodow : Der fünfte Kondratieff

Der fünfte Kondratieff

Leo A. Nefiodow

Der fünfte Kondratieff

Der fünfte Kondratieff. Strategien zum Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft Originalausgabe: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt/M 1990 Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler,Wiesbaden 1990 ISBN 3-409-13927-3, 465 Seiten, 68 DM
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Der russische Ökonom Nikolai D. Kondratieff hatte die neuere Wirtschaftsgeschichte in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts als Abfolge von vier Konjunkturzyklen beschrieben, die jeweils durch eine Basisinnovation ausgelöst worden waren. Leo A. Nefiodow nimmt einen "fünften Kondratieff" an, der gegen Ende des 20. Jahrhunderts durch die Erfindung der Informationstechnik begann und das Leben zumindest in den hochindustrialisierten Regionen grundlegend veränderte.
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Kritik

Leo A. Nefiodow erläutert seine Auffassung anschaulich und interdisziplinär. Sein Buch "Der fünfte Kondratieff" ist klug und informativ.
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Strategien zum Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft

In den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts beschrieb der russische Ökonom Nikolai D. Kondratieff (1892 – 1938) die neuere Wirtschaftsgeschichte als Abfolge von vier 40 bis 60 Jahre langen Konjunkturzyklen. Auf einen Aufschwung in Folge einer Basisinnovation erfolgte jedes Mal eine Krise, bevor eine neue technische Erfindung einen neuen Boom auslöste. Die ersten beiden „Kondratieffs“ entstanden durch die Nutzung der Dampfmaschine in der Textilindustrie sowie die Reduzierung von Transportkosten durch Eisenbahn und Dampfer. Es folgten die Elektrifizierung (Elektromotor, Radio, Telefon, elektrische Beleuchtung) und ein Wirtschaftsaufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg durch den individuellen Massenverkehr (Auto) und die Petrochemie.

Der Wirtschaftstheoretiker Leo A. Nefiodow (* 1939) macht sich die These von Nikolai D. Kondratieff zu eigen, aber er nimmt die Entwicklung in den letzten 250 Jahren nur als Ausgangspunkt für eine Analyse des wirtschaftlichen und sozialen Strukturwandels in den hochindustrialisierten Regionen am Ende des 20. Jahrhunderts und postuliert einen „fünften Kondratieff“, der durch die Basisinnovation Elektronik bzw. Informationstechnik in den Siebzigerjahren ausgelöst wurde (und, was Leo A. Nefiodow noch nicht wissen konnte, um 2000 endete, als die Spekulationsblase platzte, die sich um die New Economy gebildet hatte). 1993 überholte der globale Umsatz im Bereich Informationstechnik den der Automobilindustrie. Die Auswirkungen dieser Entwickung sind nicht auf die Wirtschaft begrenzt, sondern erfassen das gesamte Leben. Die Globalisierung in der transnationalen Informationsgesellschaft erfordert ein Umdenken nicht nur von Regierungen und Wirtschaftsunternehmen, sondern von jedem Einzelnen. Das herkömmliche westliche Weltbild reiche nicht mehr aus, um sich in der neuen Situation zurechtzufinden, meint Leo A. Nefiodow, das rationale müsse durch ein ganzheitliches Denken ergänzt werden.

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Leo A. Nefiodow erläutert seine Auffassung faktenreich, anschaulich und interdisziplinär. Sein Buch „Der fünfte Kondratieff“ ist klug und informativ.

1996 veröffentlichte Leo A. Nefiodow ein Buch mit dem Titel „Der sechste Kondratieff. Wege zur Produktivität und Vollbeschäftigung im Zeitalter der Information“ (Rhein-Sieg-Verlag 1996, ISBN 3-9805144-0-4, 223 Seiten, 53 DM).

 

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006
Textauszüge: © Frankfurter Allgemeine Zeitung und Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler

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