J. R. R. Tolkien : Der Herr der Ringe. Die zwei Türme

Der Herr der Ringe. Die zwei Türme
Manuskript: 1934 - 1949 Originalausgabe: The Lord of the Rings. The Two Towers. London 1954 Deutsche Ausgabe: Ernst Klett - J. G. Cotta, Stuttgart 1969 Übersetzung: Margaret Carroux (Gedichte: E.-M. von Freymann) neue Übersetzung: Wolfgang Krege
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Sauron, die Verkörperung des Bösen, sucht nach seinem magischen Ring, der ihm die Macht über ganz Mittelerde verschaffen sollte, den er jedoch verlor, als ihm in einer Schlacht vor 3000 Jahren der Ringfinger abgeschlagen wurde. Der Hobbit Frodo, der jetzt im Besitz des Ringes ist, übernimmt die Aufgabe, ihn zu zerstören, um Mittelerde zu retten. Aber das kann nur dort gelingen, wo der Ring geschmiedet wurde: mitten in Saurons Reich Mordor ...
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Kritik

In diesem Klassiker der Fantasy-Literatur lebte J. R. R. Tolkien seine unglaubliche Fabulierlust aus, indem er einen Märchenkosmos mit Tausenden von Details erdachte und darin eine Geschichte spielen lässt, die er auf mehr als 1200 Seiten überaus farbig und spannend erzählt.
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Orks greifen Boromir, Merry und Pippin bei Sarn Gebir an. Den verzweifelt kämpfenden Boromir töten sie mit mehreren Pfeilschüssen; die beiden unverletzten Hobbits verschleppen sie. Aragorn, Legolas und Gimli – ein Mensch, ein Elbe und ein Zwerg – legen Boromirs Leiche und die erbeuteten Waffen in eines der drei Elbenboote und lassen es den Anduin hinuntertreiben zu den Rauros-Stromschnellen. Sie vermuten, dass Frodo ohne sie weitergegangen ist und vielleicht von Sam begleitet wird. Es sei nun ihre Aufgabe, meint Aragorn, die Orks zu verfolgen und die beiden Gefangenen zu befreien.

Tagelang folgen sie den Spuren in nordwestlicher Richtung. Dann kommt ihnen eine Reiterschar entgegen. Angeführt werden die Rohirrim (Herren der Rösser) von Éomer, Éomunds Sohn, dem Dritten Marschall der Riddermark. Er dient König Théoden, Thengels Sohn, dem Herrscher der Mark Rohan. Er und seine Reiter haben die von Aragorn, Legolas und Gimli verfolgten Orks restlos aufgerieben, aber keine Hobbits bemerkt. Obwohl der König Éomer befahl, Fremde notfalls gewaltsam vor seinen Thron zu bringen, um selbst über ihr weiteres Schicksal entscheiden zu können, lässt Éomer die drei Gefährten ziehen und stellt ihnen die beiden edlen Pferde Hasufel und Arod zur Verfügung, damit sie weiter nach ihren Freunden suchen können. (Der Zwerg Gimli ist zu klein, um selbst ein Pferd zu reiten und wird von einem seiner beiden Gefährten mitgenommen.) Aragorn muss allerdings versprechen, sobald wie möglich nach Edoras – in die Residenzstadt König Théodens – nachzukommen.

Bei einer Rast am Entwasser bemerkt Gimli einen alten Mann in der Nähe des Lagers, der sofort wieder verschwunden ist. Sarumar! Auch die Pferde sind fort! Aragorn, Legolas und Gimli müssen wieder zu Fuß gehen.

Merry und Pippin werden von einem Heer verschleppt, das sich offenbar aus verschiedenen Ork-Stämmen zusammensetzt, von denen einige in Saurons, andere in Sarumans Diensten stehen. Die beiden Anführer Uglúk und Grischnákh geraten mehrmals in Streit, vor allem, weil es Saurons Mann Grischnákh nicht gefällt, dass Uglúk kompromisslos einen Befehl seines Herrn Saruman ausführt, jeden Hobbit lebendig und ohne Durchsuchung nach Isengart zu bringen. Eine der Auseinandersetzungen eskaliert in einem Kampf. Mit dem Schwert eines getöteten und über ihn gestürzten Orks gelingt es Pippin, seine Handfesseln heimlich durchzuschneiden. Gleich darauf greift Éomers Reiterschar die Orks an. Uglúk lässt seine beiden Gefangen abseits bringen und dort bewachen, aber als die Orks vernichtend geschlagen werden und fliehen, laufen auch die Wachen davon. Merry und Pippin freuen sich zu früh, denn während des letzten Kampfgetümmels taucht Grischnákh bei ihnen auf und beginnt sie zu durchsuchen. Offenbar weiß er von dem Ring. Er klemmt sich die beiden kleinen Kerle unter die Arme und springt gebückt davon, aber die Reiter bemerken ihn und töten ihn durch einen Pfeilschuss. Die Hobbits in ihren Elbenmänteln werden von den Rohirrim übersehen. Mit dem Messer eines gefallenen Orks befreien sie sich.

Sie retten sich in den unheimlichen Wald Fangorn, wo sie auf den Ent Baumbart reffen. (Ents sind sehr alte Geschöpfe; sie hüten die Bäume und werden ihnen dabei immer ähnlicher. Pfeile empfinden sie wie Mückenstiche, aber vor Äxten und Feuer fürchten sie sich.) Die Hobbits erzählen Baumbart von ihren Abenteuern, ohne allerdings den Ring zu erwähnen. Saruman ist Baumbarts Nachbar. Früher fragte der Zauberer höflich um Erlaubnis, wenn er in Fangorn wandern wollte. Dann aber ließ er am Waldrand Bäume fällen und Baumbart durchschaute, dass Saruman auf seinen Streifzügen nur die durch den Wald führenden Wege erkundet hatte. Baumbart ließ die Dinge laufen, aber nachdem er von den neuesten Entwicklungen gehört hat, beruft er ein Thing der Ents ein, und die Versammlung beschließt einen Feldzug gegen den Baummörder in Isengart. Mit den Hobbits auf den Schultern macht sich Baumbart an der Spitze der Ents auf den Weg.

Schließlich erreichen auch Aragorn, Legolas und Gimli den Wald Fangorn. Dort stoßen sie auf einen alten Mann, der so aussieht wie die Erscheinung, die Gimli vor ein paar Tagen hatte. Aber es ist nicht Sarumar, sondern Gandalf! Er kleidet sich jetzt nicht mehr grau, sondern weiß wie Saruman. Natürlich wollen die Gefährten wissen, wie es ihm erging, und Gandalf erzählt: Zusammen mit dem Balrog fiel er immer tiefer, und das Feuer des Ungeheuers drohte ihn zu verbrennen. Dann tauchten sie in tiefes, kaltes, dunkles Wasser, wo das Feuer erlosch. Sie kämpften, bis der Balrog durch längst vergessene Gänge floh, Gandalf ihm folgte und so wieder ans Tageslicht gelangte. Der Adler Gwaihir, den die Elbenkönigin Galadiel auf die Suche nach Gandalf geschickt hatte, rettete ihn erneut.

Aragorn will sein Wort halten, aber wie sollen er und seine Freunde rechtzeitig zu Fuß nach Edoras kommen? Auf einen Pfiff Gandalfs galoppiert Schattenfell herbei, das Pferd, das er sich aus dem Stall von König Théoden genommen hatte. Hasufel und Arod folgen. Die Gefährten reiten nach Edoras und treten vor den in der goldenen Halle Meduseld residierenden König von Rohan.

Offenbar steht Théoden unter dem Einfluss des betrügerischen Beraters Gríma, den Gandalf auch „Schlangenzunge“ nennt. Éomer durchschaute ihn nach seiner Rückkehr aus der siegreichen Schlacht gegen die Orks, bedrohte ihn in der königlichen Halle und wurde deshalb gefangen genommen. Als Gandalf den Spion Sarumans überführt, muss dieser Edoras verlassen, aber er darf gehen, wohin er möchte. Éomer wird sofort frei gelassen.

Gandalf geht davon aus, dass Saruman dem Ring nachjagt, um mit dessen Kraft und seinen Orks-Heeren Sauron niederringen und die Alleinherrschaft über Mittelerde antreten zu können. Deshalb gelte es zunächst den bösen Zauberer auszuschalten, um im bevorstehenden Krieg gegen Sauron den Rücken frei zu bekommen. Vom falschen Rat Grímas befreit, fasst der König neuen Mut. Er ernennt Gandalf zum Herzog der Mark Rohan, schenkt ihm Schattenfell und ordnet einen Feldzug gegen Saruman an. Da Théodens Sohn Théored gefallen ist, übernimmt Éomunds Tochter Éowyn während der Abwesenheit des Königs die Herrschaft in Edoras.

Das Heer reitet durch Helms Klamm nach Norden. Zwischendurch verabschiedet sich Gandalf für kurze Zeit: er habe etwas zu erledigen.

Inzwischen erreichen die Ents mit den beiden Hobbits Isengart. Sie beobachten, wie das Heer des Baummörders nach Süden zieht, offenbar, um Krieg gegen Rohan zu führen. Die Festung Isengart liegt also ungeschützt vor den Ents. Saruman bringt sich im Turm Orthanc in Sicherheit, während die Belagerer Bäche umleiten, Isengart unter Wasser setzen und verwüsten.

Da kommt Gandalf angeritten, erbittet von Baumbart Hilfe gegen ein Heer von 10 000 Orks und eilt zu Théoden zurück.

Kurze Zeit später trifft Gríma in Isengart ein und wird von den Ents überwältigt. Er behauptet, König Théoden habe ihn beauftragt, Saruman dem Weisen eine Nachricht zu überbringen, aber Baumbart – von Gandalf vorgewarnt – fällt nicht auf die Lüge herein und lässt den Verräter durchs Wasser in den Turm zu Saruman treiben.

Mit Hilfe von Huorns – Ents, die gewöhnlich wie Bäume schweigend herumstehen, sich aber notfalls auch rasch bewegen können – gelingt es Théoden, die Orks vernichtend zu schlagen.

In Isengart sehen sich Aragorn, Legolas, Gimli, Gandalf, Merry und Pippin wieder.

Gandalf ruft Saruman auf einen Balkon heraus, verstößt ihn aus dem Orden und aus dem Weißen Rat, zerbricht seinen Stab, bietet ihm aber einen freien Abzug an. Darauf geht Saruman nicht ein. Während er in den Turm zurückkehrt, wirft Gríma mit einer Kristallkugel nach Gandalf, verfehlt ihn aber. Die Kugel schlägt auf der Treppe auf; das Geländer und die Steinstufen zersplittern, aber die Kugel bleibt unversehrt. Pippin hebt sie auf, Gandalf nimmt sie an sich und birgt sie in seinem Mantel.

Beim Abschied bittet Gandalf die Ents darum, Saruman und Gríma zu bewachen und an der Flucht zu hindern.

Nachts schleicht sich Pippin an den schlafenden Zauberer heran, nimmt die geheimnisvolle Kugel aus dem Tuch, in das Gandalf sie eingeschlagen hat – und gerät dadurch in den Bann Saurons. Entsetzt schreit er auf. Gandalf verhüllt die Kugel sofort wieder. Es handelt sich um einen der sieben Palantíri, über die früher die Könige Kontakt miteinander aufnahmen. Der Palantír von Orthanc stammt aus Elendils Schatz und wurde von den Königen von Gondor nach Isengart gebracht. Aragorn ist der rechtmäßige Erbe. Gandalf ist froh, dass Sauron nicht versucht hat, Pippin auszufragen. Weil er die Kugel in Isengart vermutet und Pippin sah, glaubt er jetzt wohl, einer der gesuchten Hobbits sei im Orthanc eingesperrt. Bestimmt schickt er gleich einen geflügelten Boten hin. Dadurch wird Saruman in Schwierigkeiten kommen, denn Sauron muss annehmen, dass er den Palantír bewusst verhüllt und den gefangenen Hobbit vor ihm versteckt, um ihn nach dem magischen Ring auszufragen.

Frodo und Sam wandern in Emyn Muil nach Süden. Sie überraschen Gollum, der ihnen heimlich nachklettert und überwältigen ihn. Weil ihn die Elbenstricke, mit denen sie ihm die Hände zusammenbinden, furchtbar brennen, nimmt Frodo ihm die Fesseln wieder ab, aber Gollum muss schwören, dass er Frodos treuer Diener sein wird. Das verschlagene Wesen führt die beiden Hobbits durch die Totensümpfe. In der Nähe von Osgiliath fängt er zwei kleine Kaninchen. Obwohl Gollum prostestiert, weil rohes Fleisch für ihn schmackhafter ist, bereitet Sam ein warmes Essen zu. Den Rauch des Feuers bemerkt allerdings Faramir, der Heermeister von Gondor, der mit seinen Einheiten in einen Krieg gegen Orks aus Mordor zieht und die verdächtigen Geschöpfe umstellen lässt. Gollum entflieht, aber die beiden Hobbits müssen mitkommen. Im Gegensatz zu Frodo weiß Faramir bereits, dass sein Bruder Boromir tot ist, denn er hat das Boot mit der Leiche gesehen.

Am Morgen nach der Schlacht marschiert Faramir in das Versteck von Henneth Annûn. Um den Weg dorthin geheim zu halten, lässt Faramir den Hobbits die Augen verbinden. Unweit der verborgenen Höhle entdecken seine Leute Gollum, der in einem Weiher Fische fängt. Die Soldaten wollen ihn erschießen, aber Frodo hält sie davon ab, schleicht sich an den schmatzenden Gollum heran und überredet ihn mitzukommen. Als Gollum von einem kräftigen Landser gepackt wird, beißt und kratzt er und beschimpft Frodo wegen der Täuschung, aber im Verhör merkt er, dass Frodo ihm das Leben gerettet hat.

Obwohl Faramir die Hobbits vor den Pässen oberhalb von Minas Morgul warnte, lassen sich die beiden von Gollum hinführen. Sie beobachten, wie ein gewaltiges Heer des Feindes aus dem Stadttor von Minas Morgul reitet. Gollum führt sie in einen unterirdischen Gang, der Torech Ungol oder Kankras Lauer genannt wird. Es stinkt bestialisch. Gollum verschwindet im Dunkeln. Frodo und Sam irren durch das Labyrinth. Als sie von den Augen eines Ungeheuers angestarrt werden, holt Frodo Galadriels Phiole hervor, und vor dem Licht zieht sich das Monster ein Stück zurück. Kurz vor dem Ausgang des Höhlensystems versperren dichte Spinnweben den Weg. Sams Schwert ist zu stumpf, um die Spinnfäden zu durchtrennen. Deshalb reicht ihm Frodo die Phiole und haut mit seinem Schwert „Stich“ den Weg frei. Vor ihnen liegt die Kluft Cirith Ungol.

Sie wissen jetzt, dass Gollum sie täuschte und in die Fänge der Monsterspinne Kankra führte, die sich vom Blut anderer Lebewesen ernährt. Er rechnete wohl damit, in den Überresten Frodos den Ring zu finden.

Sobald Sam die Phiole in seinem Elbenmantel birgt, schießt Kankra aus ihrer Höhle hervor und greift Frodo an. Sam will ihn warnen, aber Gollum presst ihm von hinten eine Hand auf den Mund und versucht ihn zu erdrosseln. Außer sich vor Wut kann Sam sich des Angriffs erwehren, aber als er Gollum nachsetzt, huscht dieser in die dunkle Höhle und entkommt. Inzwischen hat die Riesenspinne Frodo überwältigt: er liegt leblos am Boden. Sam hält mit einer Hand die Phiole hoch und greift mit Frodos Schwert in der anderen Hand an. Er fügt dem Ungeheuer einen schmerzhaften Stich zu, und es zieht sich in seine Höhle zurück. Traurig beugt Sam sich über Frodo und nimmt ihm den Ring ab, den er an einer Kette um den Hals trägt. Muss er die Mission nun allein fortsetzen?

Als sich Orks nähern, macht sich Sam mit Hilfe des Rings unsichtbar. Sie finden Frodo und nehmen ihn mit. Sam hört, wie ein Ork einen anderen darüber aufklärt, dass Kankra kein Aas mag und deshalb ihre Opfer nicht tötet, sondern nur betäubt.

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Durch den Einsatz des eigenen Lebens gewinnt das Gute gegen das Böse. Diese triviale Idee – die der Autor noch nicht einmal als „Moral“ oder „Botschaft“ verstanden wissen wollte – liegt der Fantasy-Story „Der Herr der Ringe“ zugrunde. Nicht um tiefschürfende Aussagen bemühte sich der in Südafrika geborene englische Philologie-Professor John Ronald Reuel Tolkien (1892 – 1973), sondern er lebte seine unglaubliche Fabulierlust aus, indem er einen Märchenkosmos mit Tausenden von Details erdachte und darin eine Geschichte spielen lässt, die er auf mehr als 1200 Seiten so farbig und spannend erzählt, dass ich beispielsweise den ersten Band „Die Gefährten“ (491 Seiten) innerhalb eines Tages in einem Rutsch las. Immer wieder sorgt Tolkien für Spannung, indem er Gefahren andeutet und im aufregendsten Augenblick erst einmal den Handlungsfaden wechselt. „Der Herr der Ringe“ ist eine nahezu unerschöpfliche Fantasiegeschichte mit epischen und monströsen Zügen, deren Stil trotz der liebevoll ausgemalten Details auch an Comics denken lässt.

Der Welterfolg des dreibändigen Romans begann in den Sechzigerjahren. „Der Herr der Ringe“ wurde zum Kultbuch einer enttäuschten Jugend und zum Meilenstein in der Geschichte der Fantasy-Literatur. Mit schätzungsweise 50 bis 100 Millionen verkauften Exemplaren gilt „Der Herr der Ringe“ als eines der meistgelesenen Bücher, und Tom A. Shippey feierte Tolkien als „Autor des Jahrhunderts“ (Tom A. Shippey: J. R. R. Tolkien. Autor des Jahrhunderts. Stuttgart 2002).

Manche Kritiker werfen Tolkien eine faschistische bzw. nationalsozialistische Einstellung vor, weil er Elben als Lichtgestalten beschrieb, die Orks dagegen als hässlich und minderwertig („lebensunwertes Leben“?). Bücher von Dieter Wunderlich Dagegen spricht, dass Saruman, einer der bedeutenden Bösen in dieser Geschichte, ursprünglich eine edle Gestalt hat, während die kleinen, gemütlichen Hobbits – darunter der Held Frodo – wohl kaum dem „arischen“ Ideal entsprechen. Hätte ein Rassist Elrons Rat und die von Bruchsal entsandte Gruppe aus Hobbits, Elben, Zwergen und Menschen zusammengesetzt? Gandalf und Galadriel lehnen beide den von Frodo angebotenen Ring ab, obwohl ihnen dieser die absolute Macht verschafft hätte; das ist nicht gerade charakteristisch für faschistisches Denken. Der titanische Kampf als Beweis für faschistische Vorstellungen? Dann wären viele Märchen verwerflich! Übrigens kommentierte Tolkien den Vergleich seines Romans mit dem Ring der Nibelungen mit folgendem Satz: „Beide Ringe sind rund – und damit enden die Gemeinsamkeiten!“

Die Filmrechte für „Der Herr der Ringe“ verkaufte J. R. R. Tolkien 1968 an den Produzenten Saul Zaentz. Eine Zeichentrick-Version fand 1977 wenig Beifall. Erst die 1999/2000 gedrehte Verfilmung durch Peter Jackson war ein Welterfolg („Die Gefährten“, 2001; „Die zwei Türme“, 2002; „Die Rückkehr des Königs“, 2003).

SWF und WDR produzierten 1991 eine insgesamt zwölfstündige Hörspielfassung mit über hundert Rollen, die als eine der aufwändigsten Hörspielproduktionen gilt, die jemals in Deutschland hergestellt wurden.

Lieder, Musik und ein Hör-Spiel über „Frodos Abenteuer“ komponierte und veröffentlichte Christian Geißendörfer 1979 bzw. 2003.

Im März 2008 erschien die deutsche Übersetzung des Buches „The Road to Middle-Earth“ von Tom Shippey („Der Weg nach Mittelerde“, Übersetzung: Helmut W. Pesch, Klett-Cotta, Stuttgart 2008, 529 Seiten, 24.50 €, ISBN 978-3-608-93601-8).

Im August 2009 bringt Klett-Cotta eine Neuausgabe von „Der Herr der Ringe“ heraus (1295 Seiten, Leinen, Fadenheftung).

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Inhaltsangabe: © Dieter Wunderlich 2002

J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Die Gefährten
J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Die Rückkehr des Königs

Günther Bach - Das Horn des Hasen
Äußerlich geschieht in "Das Horn des Hasen" nicht viel; in der ernsthaften, nachdenklichen Parabel kommt es auf die Dialoge und Reflexionen an. Günther Bach erzählt ruhig und gelassen in einer schlichten, schnörkellosen Sprache.

Das Horn des Hasen

Günther Bach

Das Horn des Hasen

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