Louis Begley : Erinnerungen an eine Ehe

Erinnerungen an eine Ehe

Louis Begley

Erinnerungen an eine Ehe

Originalausgabe: Memories of a Marriage Nan A. Talese / Doubleday, New York 2013 Erinnerungen an eine Ehe Übersetzung: Christa Krüger Suhrkamp Verlag, Berlin 2013 ISBN: 978-3-518-42392-9, 222 Seiten, 19.95 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Zufällig trifft der 70 Jahre alte Schriftsteller Philip im New York State Theater eine Freundin wieder, von der er seit 20 Jahren nichts mehr gehört hat. Eine erbitterte alte Frau ist aus Lucy geworden. Ihren Ehemann Thomas, von dem sie vor 25 Jahren geschieden wurde, beschreibt sie jetzt als Monster. Philip war mit ihm befreundet und wundert sich über das Bild, das Lucy von ihm skizziert. Um mehr darüber zu erfahren, spricht Philip mit verschiedenen Freunden, die das Ehepaar kannten ...
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Kritik

Auf elegante Weise hat Louis Begley den Roman multiperspektivisch angelegt. Der Ich-Erzähler hört zu, was andere ihm erzählen. Das bedeutet auch, dass "Erinnerungen an eine Ehe" von Dialogen lebt.

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Im Mai 2003 besucht der 70 Jahre alte Schriftsteller Philip eine Aufführung der New York City Ballet Compagnie im New York State Theater. Mit seiner Ehefrau Bella, die ebenfalls Bücher schrieb, und der Tochter Agnes hatte er teils in Paris, teils in New York gelebt. Außerdem besitzt Philip ein Haus außerhalb von Sharon/Connecticut, das er in den Fünfzigerjahren von einer unverheirateten Tante geerbt hatte. Agnes wurde im Central Park durch einen herabfallenden Ast erschlagen. Der Tod der Tochter machte Bella und Philip schwer zu schaffen. Dann erkrankte auch noch Bella während eines Urlaubs auf Barbados, und die Ärzte diagnostizierten lymphoblastische Leukämie. Ein halbes Jahr später starb sie. Ihre letzte Ruhe fand sie auf der Grabstätte ihrer Mutter auf dem Friedhof Montparnasse in Paris. Ihr Vater starb drei Jahre nach ihr im Alter von 94 Jahren.

Das Alter ist nicht spurlos an Philip vorbeigegangen, und neben „Liebe, Ehrgeiz, Betrug“ gehört die „Angst vor den Verheerungen des Alters“ zu den Themen in seinen Romanen.

Ich hatte ungefähr alle Kinderkrankheiten durchgemacht, aber abgesehen von Erkältungen, die sich länger und länger hinzogen, und einer unangenehmen Bronchitis vor einigen Jahren war ich nie krank gewesen. Mit der Hilfe einer gelegentlichen Steroidinjektion in meinen Rücken konnte ich die meisten Ziele, die ich erreichen wollte, noch zu Fuß erreichen, und in ganz gutem Tempo. Mein Gedächtnis hatte keinen Schaden genommen. Eine Lesebrille war notwendig geworden, der graue Star war eine neuere Entwicklung, gegen die ich etwas unternehmen würde, und ich konnte nicht mehr so gut hören wie früher. Irreparabel war der Verlust an Leidenschaftlichkeit. Meine sporadischen Vereinigungen mit dieser oder jener relativ attraktiven Dame nach Bellas Tod waren Pawlow’sche Reflexe auf die immer gleichen Stimuli gewesen: die Willigkeit der Dame und die Mühelosigkeit der Transaktion. Diese schalen Affären brachte ich eine nach der anderen zu einem prompten und wie ich hoffte würdigen Ende.

In der Theaterpause trifft Philip auf die vier oder fünf Jahre jüngere Lucy De Bourgh Snow. Sie hatten sich vor einem halben Jahrhundert in Paris kennengelernt und während einer dreitägigen Hausparty außerhalb von Deauville auch einmal miteinander geschlafen, aber seit Ende der Siebziger- oder Anfang der Achtzigerjahre keinen Kontakt mehr miteinander gehabt. Im 18. Jahrhundert waren Lucys Vorfahren wohlhabende Schiffseigner in Bristol gewesen. James de Bourgh hatte vor allem durch Sklavenhandel eines der größten Vermögen in den USA angehäuft, bevor er in den Dreißigerjahren des 19. Jahrhunderts starb. Seine Nachfahren verschleuderten viel von dem Geld, aber Lucy ist noch immer eine sehr reiche Frau. Sie studierte am Radcliffe College in Cambridge/Massachusetts Literatur und romanische Sprachen. Danach machte sie zwar ein Praktikum bei „Vogue“ in Paris, übte jedoch nie einen Beruf aus. Sie heiratete schließlich Thomas Snow, den Sohn eines Automechanikers und Werkstattbesitzers in Newport/Rhode Island. Ein Stipendium des Harvard College hatte es Thomas ermöglicht, an der London School of Economics zu studieren. Als Lucy ihn und Philip in Paris miteinander bekannt machte, war Thomas beim Militär in Heidelberg. Danach setzte er sein Studium an der Harvard Business School fort. Auch Lucy kehrte in die USA zurück.

Lucys […] Eltern hatten nicht versucht, sie zu sehen oder mit ihr zu sprechen, seit sie aus Genf zurück war. Schon gar nicht hatten sie die Tochter eingeladen, nach Hause zu kommen. Sie hatte mit niemandem aus ihrer Familie Kontakt, außer mit ihrem Bruder John, mit dem sie alle paar Wochen telefonierte, und mit der Sekretärin ihres Vaters, wenn es um Geld ging, aber das war kaum nötig, da ihr Unterhalt aus dem Fonds bezahlt wurde und sie mit dem Treuhandverwalter selbst verhandeln konnte.

Während Lucy ihr Praktikum bei „Vogue“ in Paris machte, wurde sie die Geliebte des renommierten Schweizer Journalisten Hubert Brillard.

Er bot an, mich nach Hause zu begleiten, und erzählte mir auf dem Weg, dass er eine Frau und zwei kleine Töchter habe. Du weißt, wie ich war. Ich forderte ihn auf, trotzdem auf einen letzten Drink mit in meine Wohnung zu kommen, und kaum waren wir drinnen, griff ich nach ihm. Ich wusste, was ich tat. Er konnte lieben wie ein Gott – so hatte mich noch nie einer gefickt. Auch nach ihm keiner mehr.

Einen Monat nachdem Lucy und Thomas sich verlobt hatten, reiste sie allein nach Europa, angeblich nur, um ihre Angelegenheiten in Paris in Ordnung zu bringen, tatsächlich jedoch vor allem, um sich mit Hubert in London zu treffen. Als sie mit ihrem Liebhaber beim Essen saß und sich an ihn schmiegte, wurden sie von Will Reading gesehen, der sich während des Studiums an der Business School mit Thomas angefreundet hatte. Selbstverständlich rief er Thomas an und berichtete ihm darüber. Trotzdem fand die Hochzeit statt, kurz nachdem Thomas sein Studium abgeschlossen hatte.

Vor 25 Jahren, als ihr Sohn Jamie 14 Jahre alt war, ließen Lucy und Thomas sich scheiden. Während Lucy nicht wieder heiratete, schloss Thomas eine zweite Ehe. Er entwickelte sich zu einem brillanten Investmentbanker, galt in der Finanzwelt als Koryphäe und beriet sogar den französischen Präsidenten. Als er im Februar 1998 in Bahia im Meer schwamm, wurde er von einem Schnellboot erfasst, das einen Wasserskiläufer zog, und getötet.

Lucy lädt Philip in ihr Apartment am Central Park zum Essen ein. Zur Verwunderung ihres Besuchers bezeichnet sie Thomas nicht nur als Mistkerl, sondern auch als Monster. Ihren Sohn Jamie tut sie als Versager ab. Er sei erfolglos als Drehbuchautor tätig, mit einer Chicana verheiratet und lebe mit seiner Familie in einem „gruseligen“ Vorort von Los Angeles. Lucy weist darauf hin, dass Thomas aus einfachen Verhältnissen stammte und von ihrem Geld lebte. Wenn er vom Büro nach Hause kam, habe er erwartet, dass alles für ihn hergerichtet war und er sich nur noch an den gedeckten Tisch zu setzen brauchte.

Aber hat er einen Finger gerührt, um mir zu helfen, als Jamie dann da war? Zu beschäftigt, zuerst in der Business School und dann im Büro, oder zu beschäftigt mit den Unterlagen, die er mit nach Hause gebracht hatte, oder zu müde. Nur zum Ausgehen oder zum Ficken war er nie zu müde. Weiß du noch, wie ich dir in Paris gesagt habe, er braucht mich? Schau mich an, Philip. Klar brauchte er mich. Nur eine Ehefrau brauchte er nicht. Er brauchte eine Hure im Haus, eine mit einem dicken Bankkonto, die seine Rechnungen bezahlt und ihm zeigt, wie man in der großen Welt lebt. Was glaubst du, woher er seinen ganzen Schliff hatte? Von der Buchhalterin oder dem Mann mit der Autowerkstatt?

Ein sexbesessener Kapaun war er!

Lucy behauptet, Thomas habe sie mit Jane betrogen, der Frau, die er nach der Scheidung dann auch heiratete. Das sei der Grund für das Scheitern der Ehe gewesen. Bitter fügt sie hinzu, Jane habe ihn erst genommen, als er durch seine erste Ehefrau reich geworden war.

Philip weiß zwar, dass Lucy vorübergehend in einer psychiatrischen Klinik behandelt wurde und lange Zeit bei einem Psychiater war, aber er fragt sich, wie sie zu einer verbitterten alten Egomanin geworden ist.

Diese schöne, intelligente, boshaft witzige junge Frau, immer zu einem neuen Nervenkitzel bereit, hatte sich alles verpatzt.

War Thomas wirklich so ein Scheusal? Um mehr darüber herauszufinden, trifft Philip sich mit Thomas‘ Witwe Jane, die inzwischen mit Ned Morgan verheiratet ist. Kurz fasst er zusammen, was er von Lucy gehört hat.

Was für eine schreckliche Frau!, gab Jane zurück. Wenn man bedenkt, wie sie ihn terrorisiert hat! Thomas, der in jeder Sitzung das Heft in der Hand hatte, der die führenden Köpfe großer Gesellschaften, Chefs von Zentralbanken, Politiker, Kabinettminister hypnotisierte, wollte sich nur noch verstecken, unter dem nächsten Möbelstück verkriechen, wenn sie anrief […]

Dass Jamie ein Versager sei, treffe auch nicht zu, meint Jane. Thomas habe ihm zwar anfangs hin und wieder finanziell ausgeholfen, aber Jamie könne mit seinen Honoraren als Drehbuchautor immerhin seine Familie gut ernähren. Vehement streitet Jane ab, mit Thomas intim gewesen zu sein, solange er noch mit Lucy zusammen war. Jane war damals selbst noch verheiratet, mit dem Rechtsanwalt Horace Jones, einem Partner in der Kanzlei, zu deren Mandanten das von Thomas und Tim Carroll gegründete Unternehmen zählte. Sie habe Horace nicht wegen Thomas verlassen, wie Lucy behauptet, erklärt Jane, sondern weil sie einmal zu oft von ihm mit einer anderen Frau betrogen worden sei.

Philip fährt mit dem Zug nach Wassaic und dann weiter mit dem Auto nach Sharon/Connecticut. Nachdem seine Mieter, der Politikwissenschaftler Peter Drummond und dessen Lebensgefährte, der Komponist Ezra Morris, ausgezogen sind, steht es ihm wieder selbst zur Verfügung. Um nicht allein zu sein, ruft Philip seinen Cousin Josiah Weld im nahen Kent an. Der besucht ihn und bringt nicht nur seine Frau Molly mit, sondern auch die Enkeltöchter Natasha und Nina sowie Natashas Freund Zeke. Josiah, der bei Morgan Stanley arbeitet, versichert seinem Cousin, dass Thomas in der Finanzbranche einer der Besten gewesen sei.

Als Nächstes trifft Philip sich im Paddock Klub in New York mit Alex van Buren, der Lucy und Thomas zusammengeführt hatte. Alex erzählt von seinem Verhältnis mit Lucy. Damals studierte sie noch. Als er ihr dann ankündigte, dass er nicht sie, sondern Priscilla Baldwin heiraten werde, drohte sie auszurasten. In seiner Not verkuppelte Alex sie mit Thomas. Er erinnert sich auch noch gut daran, wie er später dafür sorgte, dass Thomas in den Paddock Klub aufgenommen wurde. Als Lucy das erfuhr, rief sie ihn erbost an und meinte, damit habe er Thomas noch aufgeblasener gemacht.

Philip geht des Öfteren mit Lucy essen.

Ich war entschlossen, zu verstehen, warum diese verdrehte, aber schöne, charmante und verführerische junge Frau, die mir im Gedächtnis geblieben war, sich so verändert hatte, so verbittert, aggressiv und zänkisch geworden war.

Argwöhnisch fragt sie ihn, ob er sich so für ihre Ehe mit Thomas interessiere, weil er darüber einen Roman schreiben wolle. Philip gibt zwar zu, dass bei einem Schriftsteller alles, was er erlebt und erfährt, in die Bücher einfließen kann, beteuert jedoch, er werde keinen Schlüsselroman schreiben.

An einem Wochenende besucht er Jane und Ned Morgan in Water Mill/New York. Lucy darf davon nichts erfahren; ihr sagte er, seine Cousine Herry in Philadelphia sei krank und er müsse nach ihr schauen.

Lucy behauptet in einem der nächsten Gespräche, Thomas habe ihr vorgeschlagen, ein Kind zu zeugen, in der Hoffnung, dass sie als Mutter über ihre psychischen Schwierigkeiten hinwegkommen könne. So wurde schließlich Jamie geboren. Danach hatte Lucy noch zwei Fehlgeburten.

Nach wie vor behauptet sie, Thomas habe sie mit Jane betrogen. Und sie erzählt Philip, wie sie deren Ehemann Horace Jones in der Kanzlei anrief, um ihm mitzuteilen, dass sein Klient Thomas Snow seine Frau ficke. Der Rechtsanwalt legte einfach auf. Aber Thomas kam dann früher nach Hause, packte wortlos einen Koffer, erklärte dem 14-jährigen Jamie, er werde nicht mehr hier wohnen und zog ins Hotel. Jamie verbrachte den Sommer mit seinem Lehrer und Tutor Hugh Cowles in Sharon. Im Herbst kam er dann in ein Internat in Exeter/New Hampshire. Seine Eltern ließen sich scheiden.

Philip will den Sommer in Sharon verbringen, und Lucy zieht für die heiße Jahreszeit nach Little Compton/Rhode Island, wo sie von ihrer Großtante Helen Goddard King ein Haus geerbt hatte.

Zwischendurch trifft Philip sich noch einmal mit Alex van Buren und fragt ihn, warum Thomas damals wohl so abrupt gegangen sei. Alex kennt den Grund: Will Reading, der Lucy bereits kurz nach ihrer Verlobung mit Hubert Brillard in London ertappt hatte, sah sie vor 25 Jahren erneut mit dem Schweizer Journalisten in einem Hotel in New York. Sie begegneten sich am Korridor vor Brillards Zimmer, und Lucy trug nichts als einen Morgenmantel. Als Will auch darüber seinen Freund Thomas informierte, trennte dieser sich von Lucy und reichte die Scheidung ein.

Alex hält es zwar für zutreffend, dass Thomas ein Aufsteiger war und Lucy nicht nur Geld, sondern auch Umgangsformen verdankte, aber er weist auch darauf hin, dass Lucy am Ende von der Wertschätzung ihres Mannes hätte profitieren können. Kurz vor seinem Tod wurde er noch vom französischen Staatspräsidenten im Élysée-Palast empfangen, aber da war nicht Lucy an seiner Seite, sondern Jane.

Unerwartet erhält Philip einen langen Brief von Jamie. Er habe erfahren, dass der Schriftsteller verschiedene Meinungen über seinen Vater einhole, schreibt Jamie, und da dürfe sein Beitrag nicht fehlen. Weder seiner Mutter noch seinem Vater habe es gefallen, dass er eine Chicana heiraten wollte, aber sie hätten sich schließlich damit abfinden müssen. Stella ist nicht ganz hellhäutig und war die erste Person in ihrer kinderreichen mexikanischen Familie, die studieren konnte. Sie hat einen Master in Mathematik und unterrichtet an einer High School. Jamie erklärt in dem Brief auch, dass die Liebesbeziehung zwischen Jane und Thomas erst ein Jahr nach der Trennung von Thomas und Lucy begonnen habe.

Lucy besucht Philip in Sharon. Sie schlägt ihm ein gemeinsames Leben vor und malt ihm aus, was sie ihm bieten könne – Luxus und Sex –, aber er schüttelt lächelnd den Kopf.

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In seinem Roman „Erinnerungen an eine Ehe“ lässt Louis Begley einen 70-jährigen Schriftsteller als Ich-Erzähler auftreten. Aber die Darstellung ist multiperspektivisch, denn der Protagonist Philip hört nicht nur Lucy zu, wenn sie von ihrer gescheiterten Ehe mit Thomas erzählt, sondern befragt dazu auch andere, die das Ehepaar kannten. Mit Thomas kann er allerdings nicht mehr reden: Der Freund starb vor fünf Jahren. Anfangs befürchtet Philip, seine äußerst positive Vorstellung von Thomas revidieren zu müssen, aber in den Gesprächen mit anderen stellt sich heraus, dass Lucys Darstellung einseitig ist und wohl auch auf einer Lebenslüge basiert. Daraus ergibt sich die Frage nach wahr und falsch. Lässt sich durch den Vergleich subjektiver Wahrnehmungen ein objektives Bild gewinnen?

Aufgrund der Erzählkonstruktion, die Louis Begley für „Erinnerungen an eine Ehe“ gewählt hat, spielt sich zwar die Gegenwart der Handlung im Jahr 2003 ab, aber die Figuren reden vor allem über Erinnerungen, also Erlebnisse in der Vergangenheit. Immerhin wurde die Ehe von Lucy und Thomas vor 25 Jahren geschieden. Dass Philip sich anhört, was andere ihm erzählen, bedeutet auch, dass der Roman „Erinnerungen an eine Ehe“ von Dialogen lebt.

Mit tiefer Milieukenntnis porträtiert Louis Begley zugleich das New York der WASP, der Reichen und Schönen, der Gebildeten und Erfolgreichen, denen es nicht an Luxus, Sex und Alkohol mangelt. Sie bilden eine Kaste und blicken geringschätzig auf Menschen herab, die nicht dazu gehören, wenn sie diese überhaupt wahrnehmen.

An einer Stelle sagt der Schriftsteller Philip:

[…] hatte ich nie gedacht, ich wisse, was ein von mir oder einem anderen geschriebener Roman „eigentlich sagen will, ein Mangel, der es mir erschwert hat, mit gelegentlichen Buchkritiken ein bescheidenes Zubrot zu verdienen oder Journalisten zu antworten, die wissen wollten, welche Botschaften Leser aus meinem neuesten Buch mitnehmen sollten. Meine Standardantwort – die ehrlich ist und kein lahmer Versuch, ein Koan zu prägen – lautet, dass ein Buch das sagen will, was darin steht. In diesem Sinne sind meine Romanpersonen die Summe der Handlungen und Worte, mit denen ich sie ausstatte […]

Den Roman „Erinnerungen an eine Ehe“ von Louis Begley gibt es auch als Hörbuch, gelesen von Christian Brückner (Regie: Waltraut Brückner, Berlin 2013, 360 Minuten, ISBN 978-3-941004-49-8).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2013
Textauszüge: © Suhrkamp Verlag

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