Million Dollar Baby

Million Dollar Baby

Million Dollar Baby

Million Dollar Baby - Originaltitel: Million Dollar Baby - Regie: Clint Eastwood - Drehbuch: Paul Haggis, nach einer Kurzgeschichte von F. X. Toole - Kamera: Tom Stern - Schnitt: Joel Cox - Musik: Clint Eastwood - Darsteller: Clint Eastwood, Hilary Swank, Morgan Freeman, Jay Baruchel, Mike Colter, Lucia Rijker, Brian F. O'Byrne, Anthony Mackie, Margo Martindale, Riki Lindhome, Michael Pena, Benito Martinez, Bruce MacVittie, David Powledge, Joe D'Angerio u.a. - 2004; 130 Minuten

Inhaltsangabe

Frankie Dunn ist ein alter, gebrochener Mann. Der Box-Coach gibt sich die Schuld daran, dass sein Freund "Scrap-Iron" vor langer Zeit bei einem Kampf ein Auge verlor. Und er leidet darunter, dass seine Tochter nichts mehr von ihm wissen will. Als die Kellnerin Maggie Fitzgerald mit seiner Hilfe Profiboxerin werden möchte, lehnt er es zunächst ab, sie zu trainieren. Maggie weiß jedoch genau, was sie will und gibt ihr ehrgeiziges Ziel nicht so leicht auf ...
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Kritik

"Million Dollar Baby" ist nicht ein Film über das große Geld, das sich mit Box-Champions verdienen lässt, als ein bestürzendes Sozialdrama, in dem es v. a. um die Balance zwischen Beschützen und Loslassen geht.

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Bei Frankie Dunn (Clint Eastwood) handelt es sich um einen älteren Boxer-Coach, der sein ganzes Leben mit dem Boxsport verbracht hat. Er war einer der besten cut men, aber seit der damals von ihm betreute Boxer Eddie „Scrap-Iron“ Dupris (Morgan Freeman) im Alter von siebenunddreißig Jahren auf einem Auge erblindete, wirft Frankie sich vor, den Kampf nicht rechtzeitig abgebrochen zu haben. Durch den Schock übervorsichtig geworden, hält er den Nachwuchsboxer Big Willie Little (Mike Colter) von einem Entscheidungskampf zurück, bis dieser sich nach acht Jahren Training von Frankie trennt und von Mickey Mack (Bruce MacVittie) auf einen Titelkampf vorbereiten lässt, den er dann auch gewinnt. – Frankie leidet außerdem darunter, dass seine Tochter Katie nichts von ihm wissen will und seine Briefe ungeöffnet zurückschickt: Er ist ein gebrochener alter Mann.

Da taucht eines Tages die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Kellnerin Maggie Fitzgerald (Hilary Swank) in Frankies Boxerschule „The Hit Pit“ auf und will mit seiner Hilfe Profiboxerin werden. Frankie hat noch nie eine Frau trainiert und will das auch jetzt nicht tun. Mit einunddreißig gilt Maggie sowieso schon zu alt für eine erfolgreiche Karriere. Maggie weiß jedoch genau, was sie will und gibt ihr ehrgeiziges Ziel nicht so leicht auf. Scrap-Iron, der „The Hit Pit“ sauber hält, unterstützt sie und gibt ihr Tipps, bis Frankie sich zögernd umstimmen lässt und Maggies Training übernimmt. Scrap-Iron freut sich, dass sein Freund eine neue Aufgabe gefunden hat, aus seiner Lethargie herausfindet und vielleicht durch die Betreuung der jungen Frau auch über seine gescheiterte Vater-Tochter-Beziehung hinwegkommt: Ist Maggie nicht die Tochter, die Frankie sich immer wünschte und er der Vater, den sie vermisste?

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Nach zwei Jahren Training ist Maggie in der Lage, in Las Vegas gegen die amtierende Weltmeisterin Billie The Blue Bear (Lucia Rijker) anzutreten. In den ersten zwei Runden muss sie einige schwere, zum Teil regelwidrige Schläge ihrer deutschen Gegnerin einstecken. Frankie ermahnt sie, besser auf ihre Deckung zu achten. Am Ende der dritten Runde ist die Titelverteidigerin stark angeschlagen. Es sieht nach einem Sieg der Herausforderin aus. Während Maggie nach dem Gongschlag zu ihrer Ecke geht und Frankie den Hocker für sie in den Ring stellt, versetzt die unfaire Titelverteidigerin ihrer Gegnerin von hinten einen Schlag: Maggie verliert das Gleichgewicht und stürzt mit dem Kopf gegen den Hocker.

In einem Krankenhausbett kommt Maggie wieder zu sich: Aufgrund einer Halswirbelverletzung wird sie für den Rest ihres Lebens gelähmt sein.

Nachdem ihr dann auch noch ein Bein abgenommen werden musste, drängt sie Frankie, ihr Sterbehilfe zu leisten, und als er das ablehnt, sucht sie nach einer Möglichkeit, sich trotz ihrer Lähmung vom Hals abwärts selbst das Leben zu nehmen: Sie zerbeißt sich die Zunge, um zu verbluten. Aber sie wird gerettet.

Frankie begreift jetzt, welche Qualen Maggie leidet und wie sehr sie sich nach Erlösung sehnt: Nachts schleicht er sich ins Krankenhaus, schaltet das Sauerstoffgerät ab und injiziert ihr eine tödliche Dosis Adrenalin.

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Clint Eastwoods Film „Million Dollar Baby“ basiert auf einer Kurzgeschichte von F. X. Toole, die unter dem Titel „Rope Burns“ (deutsch: „Champions. Geschichten aus dem Ring“) erschien. F. X. Toole wusste, wovon er schrieb, denn er versorgte als cut man in den Pausen zwischen den Runden Boxverletzungen.

Ungeachtet des Filmtitels und der gezeigten Boxkämpfe geht es in „Million Dollar Baby“ nicht um das große Geld, das sich mit Box-Champions verdienen lässt, sondern um eine unterprivilegierte Frau, die die Verwirklichung des amerikanischen Traums mit ihren Fäusten erzwingen will. Im Mittelpunkt steht der gebrochene Charakter des alten Trainers und seine Beziehung zu der Boxerin, die seine Tochter sein könnte. Er muss die Balance zwischen Beschützen und Loslassen finden.

Scrap-Iron erzählt die langsam und mitunter theatralisch inszenierte Geschichte lakonisch aus seiner Sicht und großenteils aus dem Off. Erst am Ende wird klar, dass er das alles Frankies Tochter Katie geschrieben hat, und zwar in der verzweifelten Hoffnung, sie mit ihrem gebrochenen Vater zu versöhnen. – Diesen Einfall halte ich nicht für gut, denn von einem Film erwarte ich, dass die Bilder für sich selbst sprechen; es stört mich, wenn alles auch noch verbal erzählt und erläutert wird.

Zur Vorbereitung auf ihre Rolle trainierte Hilary Swank drei Monate lang mit Hector Roca, einem der besten Boxtrainer der Welt, in „Gleason’s Gym“ in Brooklyn. Um ihren Körper muskulöser zu machen, arbeitete Hilary Swank außerdem mehrere Stunden täglich mit dem Gewichtheber Grant Roberts.

Am 27. Februar 2005 wurde „Million Dollar Baby“ in vier Kategorien mit einem „Oscar“ ausgezeichnet: bester Film und beste Regie (Clint Eastwood), beste Hauptdarstellerin (Hilary Swank) und bester Nebendarsteller (Morgan Freeman). Nominiert hatte man auch Clint Eastwood als besten Hauptdarsteller, Joel Cox für den Schnitt und Paul Haggis für das Drehbuch. (Paul Haggis drehte u. a. den Film „L. A. Crash“.)

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005/2007

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