Max Frisch : Biedermann und die Brandstifter

Biedermann und die Brandstifter
Hörspiel: 1952 Herr Biedermann und die Brandstifter Theaterstück: 1957 Uraufführung: 23. März 1958 Suhrkamp Basis Bibliothek, Frankfurt/M 2001 ISBN 3-518-18824-0, 150 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Der reiche Haarwasserfabrikant Biedermann überlässt einem aufdringlichen Hausierer und dessen Freund den Dachboden zum Schlafen. Die beiden schleppen Benzinfässer in ihre Bleibe und geben sich keine Mühe, ihr Vorhaben zu verbergen. Aber Biedermann will nicht glauben, dass es sich um Brandstifter handelt und gibt ihnen am Ende sogar noch die Streichhölzer ...
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Kritik

Mit dem 1958 uraufgeführten Bühnenstück prangerte Max Frisch den politischen Konformismus und die Selbsttäuschung angesichts einer drohenden Gefahr an. Dabei dachte er vermutlich an das Verhalten der Deutschen unter dem NS-Regime ...
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Der reiche Haarwasserfabrikant Gottlieb Biedermann schimpft bei der Zeitungslektüre über die in der Gegend sich häufenden Brandstiftungen.

Dem aufdringlichen Hausierer Schmitz überlässt er einen Schlafplatz auf dem Dachboden und unternimmt auch nichts, als dieser seinen Freund Willi Eisenring mitbringt. Schmitz berichtet Biedermann, er sei mit dem Feuer von klein auf vertraut, weil sein Vater Köhler war. Aus Freude an den Flammen habe er bereits einen Zirkus angezündet. Und der ehemalige Kellner Eisenring gibt offen zu, dass er bereits eine Haftstrafe wegen Brandstiftung verbüßen musste.

Als Schmitz und Eisenring Benzinfässer anschleppen, protestiert Biedermann zunächst, lässt sich aber von ihnen beschwichtigen, weil sie ganz offen erzählen, was sie vorhaben, und Biedermann sich sagt, das würden sie nicht tun, wenn sie wirklich Feuer legen wollten.

Vor der argwöhnischen Polizei behauptet er, dass die Fässer Haarwasser enthalten. Damit macht er sich gewissermaßen zum Komplizen der beiden Brandstifter.

Aus Furcht vor ihnen lädt er sie zum Essen ein, serviert ihnen Wein und duzt sich mit ihnen, denn einem Freund – so überlegt er – werden sie doch nicht schaden wollen. Am Ende gibt er ihnen auch noch Streichhölzer, wobei er sich einredet, dass sie selbst welche hätten, wenn es sich wirklich um Brandstifter handeln würde.

In der Nacht legen die beiden Männer Feuer. Gottlieb Biedermann und seine Frau Babette sterben in den Flammen.

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Mit dem 1958 uraufgeführten Bühnenstück „Biedermann und die Brandstifter“ prangerte Max Frisch den politischen Konformismus und die Selbsttäuschung angesichts einer drohenden Gefahr an. Dabei dachte er vermutlich an das Verhalten der Deutschen unter dem NS-Regime. Auch Hitler kündigte seine Absichten an …

Unter dem Eindruck der kommunistischen Machtübernahme in der Tschechoslowakei kam Max Frisch 1948 auf die Idee zu diesem Theaterstück. In seinem Tagebuch 1946 – 1949 hielt er sie fest. Eine Hörspielfassung von „Biedermann und die Brandstifter“ wurde 1953 vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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