Gustaf Gründgens


Gustaf Gründgens wurde am 22. Dezember 1899 in Düsseldorf geboren. Sein Vorname wurde eigentlich mit v geschrieben, aber spätestens 1921 benutzte er den Künstlernamen Gustaf Gründgens. Die Eltern Arnold und Emilie Gründgens (geb. Ropohl) hatten außer dem Sohn auch noch eine dreieinhalb Jahre jüngere Tochter: Marita (1903 – 1985). Arnold Gründgens stammte aus einer alteingesessenen rheinischen Industriellenfamilie, deren beste Zeiten allerdings längst vorbei waren. Emilie Gründgens hatte vor der Ehe bei der Sopranistin Lilli Lehmann Gesang studiert.

Das Gymnasium brach Gustaf Gründgens 1917 ebenso ab, wie die anschließende kaufmännische Lehre in Düsseldorf. Im Herbst 1917 kam er zur Maschinen­gewehr­kompanie 30 „Graf Werder“. Als er durch die Unachtsamkeit eines Kameraden verletzt wurde und im Lazarett lag, infizierte er sich mit Ruhr. Weil es ihm gelang, Bühnenerfahrung vorzutäuschen, wurde er dann zum Fronttheater Saarlouis abkommandiert, dessen Leitung er bald darauf übernahm.

Um 1920 ließ er sich von Louise Dumont und Gustav Lindemann an der Hochschule für Bühnenkunst des Düsseldorfer Schauspielhauses ausbilden. Engagements als Schauspieler erhielt er an den Städtischen Bühnen Halberstadt (1920/21), den Vereinigten Städtischen Theatern Kiel (1921/22), am Berliner Theater in der Kommandantenstraße (1922/23) und am Kurtheater Eckernförde (1923). Der Intendant Erich Ziegel holte ihn 1923 an die Kammerspiele in Hamburg (1923 – 1928). Seine bevorzugten Rollen waren vornehme Herren, die sich als intrigante, verführerische oder erpresserische Bösewichte entpuppen.

In Düsseldorf hatte sich Gustaf Gründgens in die zwei Jahre ältere Schauspielerin Renée Stobrawa verliebt, aber sie war nicht darauf eingegangen. Als er von Kiel nach Hamburg wechselte, vermittelte er seiner jungen Kollegin Erna Heicke ebenfalls ein Engagement bei Erich Ziegel, denn er wollte sie heiraten, aber sie zog es vor, in Kiel zu bleiben.

Die Geschwister Erika Mann und Klaus Mann lernte Gustaf Gründgens im Herbst 1925 in Hamburg kennen. Er freundete sich mit ihnen ebenso wie mit Klaus Manns Verlobter Pamela Wedekind an. Unter seiner Regie traten sie gemeinsam in dem am 22. Oktober 1925 an den Kammerspielen in Hamburg uraufgeführten Theaterstück „Anja und Esther“ von Klaus Mann auf.

Gustaf Gründgens macht die Dichterkinder mit seinen Freunden bekannt, führt sie in die Kaschemmen und Matrosen-Dancings von St. Pauli, tut alles, um ihre Neugier zu stillen. Halten kann er sie nicht. Klaus treibt es fort. Seine Angst vor „Wiederholung, Monotonie und Überdruss“ lässt ihn jetzt und in Zukunft nirgends verweilen: Berlin, München, Wien, Nizza, Paris sind seine nächsten Stationen. (Renate Berger: Tanz auf dem Vulkan. Gustaf Gründgens und Klaus Mann)

Obwohl sie alle vier homoerotische Neigungen hatten, heirateten Erika Mann und Gustaf Gründgens am 24. Juli 1926 in München.

Über die Frage, was die in Pamela Wedekind verliebte Erika Mann bewog, einen Mann, und was den in Jan Kurzke verliebten Gustaf Gründgens bewog, eine Frau zu heiraten, kann bis heute nur spekuliert werden. (Renate Berger, a. a. O.)

Trauzeugen waren Thomas Mann und sein Schwager Klaus Pringsheim. Die Hochzeitsfeier fand im Hotel „Kaiserin Elisabeth“ in Feldafing am Starnberger See statt. In der gemeinsamen Wohnung in Hamburg lehnte Erika Mann es ab, hausfrauliche Pflichten zu übernehmen, und sie verärgerte ihren Mann durch unbesorgtes Geldausgeben.

Erika Manns Nonchalance im Umgang mit Verpflichtungen, ihre luxuriösen Gewohnheiten treiben Gründgens zur Verzweiflung; obwohl ihre Eltern aushelfen und er inzwischen besser bezahlt wird, übersteigen Erikas Ansprüche seine Verdienstmöglichkeiten. Als sie ihn verlässt, bleibt er auf einem Schuldenberg sitzen, muss die Wohnung aufgeben und sich bei Freunden vor seinen Gläubigern verstecken. (Renate Berger, a. a. O.)

Erika Mann reiste eine Woche vor der für ihren Ehemann als Hauptdarsteller besonders wichtigen Premiere des „Hamlet“ am 15. Oktober 1927 in Hamburg mit ihrem Bruder Klaus für ein dreiviertel Jahr in die USA.

1928 wechselte Gustaf Gründgens zu Max Reinhardt in Berlin.

War ihm bewusst, wie schwer es sein würde, in Berlin, einer Stadt mit etwa 50 Bühnen, darunter drei Opern und über 30 Sprechtheatern, Varietés, Kabaretts und Kleinkunstbühnen, von Kinos, Bars und Nachtlokalen oder anderen Attraktionen gar nicht zu reden, als Einzelner durchzudringen? (Renate Berger, a. a. O.)

Die Ehe von Erika Mann und Gustaf Gründgens wurde Anfang Januar 1929 geschieden.

Großen Erfolg als Regisseur hatte Gustaf Gründgens mit der im Januar 1930 am Theater am Bollendorfplatz uraufführten Bühnenfassung des Romans „Menschen im Hotel“ von Vicki Baum. Ein Jahr später, im Januar 1931, inszenierte Gustaf Gründgens seine erste Oper: „Die Hochzeit des Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Dennoch wurde die Krolloper nach der Vorstellung des „Figaro“ am 3. Juli 1931 geschlossen, denn der Preußische Landtag hatte entschieden, dass drei Opernhäuser in Berlin zu kostspielig seien.

1931 besuchten Gustaf Gründgens und sein Freund Carl Forcht die Eröffnungsfeier des für Herren reservierten Pan-Palais am Schiffbauerdamm. Gustaf Gründgens trug einen Smoking, Carl Forcht ein – Abendkleid.

Als der Vater arbeitslos wurde, holte Gustaf Gründgens die Eltern nach Berlin und nahm sie in seiner Villa im Grunewald auf.

Weihnachten 1931 verbrachte Gustaf Gründgens mit den Manns in München.

Drei Monate später erschien Klaus Manns Roman „Treffpunkt im Unendlichen“. Die Handlung dreht sich um den Schriftsteller Sebastian und die Schauspielerin Sonja. In der Figur des Berliner Ballettmeisters Gregor Gregori, eines „hysterischen Willensmenschen“, ist unschwer Gustaf Gründgens zu erkennen. Sebastian, der Züge des Autors aufweist, neidet Gregor Gregori die Erfolge und betont, dass dieser aus kleinbürgerlichen Verhältnissen aufgestiegen sei.

1931/32 ging die Ära Max Reinhardt zu Ende. Gustaf Gründgens ergänzte sein Wirken am Theater, an der Oper und beim Kabarett ab 1932 durch Filmrollen und führte selbst Regie in den Filmen „Eine Stadt steht kopf“ (1932) und „Finanzen des Großherzogs“ (1934).

Am Preußischen Staatstheater in Berlin, wo er ab 1932 engagiert war, wurde für Johann Wolfgang von Goethes 100. Todestag eine „Faust“-Inszenierung vorbereitet. Unter der Regie von Lothar Müthel spielten Werner Krauss die Titelrolle, Käthe Gold das Gretchen, Bernhard Minetti Wagner und Gustaf Gründgens den Mephisto, den er zehn Jahre zuvor in Kiel schon einmal anstelle eines erkrankten Kollegen verkörpert hatte.

Seine Stimme war gläsern, seine Sätze kamen stakkatohaft, er wirbelte über die Bühne wie ein Tänzer. (Curt Riess, zit. nach Renate Berger, a. a. O.)

Vor dem Publikum des Staatstheaters […] wirbelt ein Mephisto über die Bühne, wie man ihn nie zuvor sah. Um für diesen Wirbelwind eine angemessene Sprache zu finden, greift Herbert Ihering zum Vokabular eines Reporters: „Gründgens spielt den Agenten Fausts, einen Manager Schmelings, einen Stellenvermittler der Hölle … agiert und treibt an, ein Demagoge“, der seinen „Champion in Form zu bringen“ sucht, vor Zauberkunststücken nicht zurückschreckt, „eine komische Oper nebst Tanz- und Springeinlagen“ aufführt und mal als „Rundfunkansager … Reporter und Ballettmeister … Kabarettsänger … Kavalier“ auftritt, als Charleys Tante zur Travestie oder als „zierige Dame … naives Zaubermädchen mit lächelndem Snobismus“ auf die weibliche Seite wechselt. (Renate Berger, a. a. O.)

Inzwischen wohnten bei Gustaf Gründgens außer den Eltern auch der kommunistische Maler Jan Kurzke (dem er später die Flucht nach Spanien bezahlte), der Theater­wissen­schaftler Carl Forcht und die Schauspielerin Ida Liebmann.

Anders als beispielsweise Klaus und Erika Mann blieb Gustaf Gründgens nach Hitlers Machtübernahme in Deutschland und arrangierte sich mit den Nationalsozialisten.

Als Gustaf Gründgens im April 1933 von einer Auslandsreise nach Berlin zurückkehrte, erklärten ihm die beiden neuen Intendanten der Staatlichen Schauspiele, Franz Ulbrich und Hanns Johst, sie wollten seinen Vertrag auflösen. Aber nachdem ihn der mit der Schauspielerin Emmy Sonnemann liierte preußische Ministerpräsident Hermann Göring im Mai als „Mephisto“ in einer von Gustav Lindemann inszenierten „Faust-II“-Aufführung erlebt hatte, sicherte er Gründgens noch am selben Abend seine Unterstützung zu.

Anfang 1934 wollte ihn Hermann Göring zum Intendanten des Preußischen Staatstheaters ernennen, das nicht wie alle anderen Theater in Deutschland Joseph Goebbels unterstellt war. Dem Künstler war das Angebot zu heiß, aber Göring drängte ihn im Juni in seiner Wohnung im Beisein von Hitler, Himmler und Goebbels, es anzunehmen. Am Tag darauf drohte er:

Sollten Sie auf Ihrer bisherigen Weigerung beharren, so würde Ihr Verhalten als Sabotage des Aufbauwerks des Führers gedeutet werden können. Sie verstehen, wenn es dann schwer für Sie sein wird, überhaupt noch tätig zu sein. (zit. nach Renate Berger, a. a. O.)

Im Mai 1934 erwarb Gustaf Gründgens in Zeesen nördlich von Berlin ein Anwesen und ließ es 1935/36 aufwendig modernisieren. Es handelte sich dabei um ein ehemaliges Rittergut, das der Bankier Ernst Goldschmidt 1925 erworben und Carl Zuckmayer zum Schreiben des Theaterstücks „Der fröhliche Weinberg“ zur Verfügung gestellt hatte. Gründgens beauftragte Gerd Voss, den 26-jährigen, der SA angehörenden Sohn eines Notars, mit den Kaufverhandlungen. – Gustaf Gründgens‘ Mutter starb am 3. Mai 1935, ein Jahr nach dem Einzug, in Zeesen.

Als der homosexuelle SA-Chef Ernst Röhm am 29. Juni 1934 festgenommen und zwei Tage später in seiner Gefängniszelle ermordet wurde, meldete sich Gustaf Gründgens als „nächstes Opfer“ bei Hermann Göring und bat den General­intendanten Heinz Tietjen um seine Entlassung. Aber sein Rücktrittsgesuch wurde nicht angenommen.

Im Januar 1936 spielte Gustaf Gründgens unter der Regie Lothar Müthels am Preußischen Staatstheater am Gendarmenmarkt in Berlin die neben dem Mephisto wichtigste Rolle seiner Karriere: Hamlet.
Nach der Saison erholte sich der Hauptdarsteller in Taormina.

Seit der deutsche Fotograf Wilhelm von Gloeden sich 1876 dort niedergelassen und die extreme Armut der Bevölkerung genutzt hatte, um mit Aktaufnahmen von Knaben einen schwungvollen Postkartenhandel zu betreiben, galt Taormina als Eldorado ausländischer Homo- und Pädosexueller; auch Oscar Wilde war dort gewesen.
Das blieb in Deutschland nicht verborgen. (Renate Berger, a. a. O.)

Weil die Berliner „Hamlet“-Inszenierung als Tragödie eines vereinsamten Intellektuellen in einem Verbrecherstaat verstanden wurde und man dem Hauptdarsteller unterstellte, dass er Sätze wie „die Zeit ist aus den Fugen“

oder „Dänemark ist ein Gefängnis“ übermäßig betont habe, warf ihm „Der Völkische Beobachter“ eine von jüdischer Intellektualität angekränkelte Interpretation vor.
Nach einer am 3. Mai 1936 veröffentlilchten weiteren Tirade im „Völkischen Beobachter“ gegen Gustaf Gründgens suchte dieser sicherheitshalber bei seinen Freunden Alice und Christoph Bernoulli in der Schweiz Zuflucht. Hermann Göring rief ihn dort persönlich an und überredete ihn zur Rückkehr.

Um ihn vor Joseph Goebbels, Alfred Rosenberg und anderen zu schützen, ernannte Hermann Göring ihn am 6. Mai 1936 zum Preußischen Staatsrat, denn als solcher durfte er ohne ausdrückliche Genehmigung des preußischen Ministerpräsidenten nicht verhaftet werden.

Am 20. Juni 1936 heiratete Gustaf Gründgens die Schauspielerin Marianne Hoppe (1909 – 2002), die von Joseph Goebbels gehasst wurde, weil er sie als Frau bedrängt hatte und von ihr zurückgewiesen worden war.

Als Gründgens Marianne Hoppe fragt, ob sie seine Frau werden will und sie spontan ja sagt, wissen beide, dass es um ein von Zuneigung getragenes Zweckbündnis geht. Er kann eine Frau vorweisen, sie wäre als Gefährtin des erfolgreichen, unter dem persönlichen Schutz des Ministerpräsidenten stehenden Theatermannes vor Nachstellungen à la Goebbels sicher. (Renate Berger, a. a. O.)

1936 veröffentlichte der Querido Verlag in Amsterdam den Roman „Mephisto“ von Klaus Mann. Der Autor beteuerte zwar, keinen Schlüsselroman geschrieben zu haben, aber die Parallelitäten zwischen dem Protagonisten Hendrik Höfgen und Gustaf Gründgens sind unübersehbar. Der Schauspieler ist kein schlechter Mensch, setzt sich hin und wieder für Freunde ein, aber sein maßloser Ehrgeiz verleitet ihn dazu, potenzielle Förderer verlogen zu umschmeicheln, seine politischen Ideale zu verraten und sich mit führenden Nationalsozialisten zu arrangieren. Zu spät erkennt er, dass der Preis dafür sein Identitätsverlust ist.

Im Zusammenspiel mit Käthe Dorsch und Emmy Göring, die auf Hermann Göring einwirken konnten, soll Gustaf Gründgens einige Menschen vor dem Zugriff der Gestapo bewahrt haben. (Hermann Göring ließ sich auch von seinem jüngeren Bruder Albert dazu bewegen, KZ-Häftlinge zu befreien und ihnen die Flucht ins Ausland zu ermöglichen.)

Bis Hermann Görings Stern sank und Josef Goebbels am 1. September 1944 alle Theater schloss, amtierte Gustaf Gründgens als Generalintendant der Preußischen Staatstheater. Parallel dazu führte er auch bei Filmen Regie: „Kapriolen“ (1937), „Der Schritt vom Wege“ (1938, nach „Effi Briest“), „Zwei Welten“ (1939), „Friedemann Bach“ (1941).

Acht Tage nachdem Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast den „totalen Krieg“ ausgerufen hatte, meldete sich Gustaf Gründgens an die Front und absolvierte dann parallel zu seinen Aufgaben in Berlin eine militärische Grundausbildung in Utrecht. Hermann Göring holte ihn im Frühjahr 1944 nach Berlin zurück und sorgte dafür, dass der Name Gustaf Gründgens auf die Liste der. „Gottbegnadeten“ kam, also der 1041 Künstler, die vom Kriegsdienst freigestellt wurden.

Die Sowjets holten Gustaf Gründgens bei Kriegsende sechsmal zum Verhör und nahmen ihn dann fest. Nach sechs Wochen im provisorischen Sammellager in Weesow nördlich von Berlin wurde er mit anderen Häftlingen zu Fuß ins Speziallager Jamlitz (zwischen Cottbus und Guben) getrieben. Neun Monate blieb Gustaf Gründgens eingesperrt. Im März 1946 kam er frei. Kolleginnen und Kollegen hatten ihn entlastet. Zu seinen Pluspunkten zählte, dass er dem inhaftierten kommunistischen Schauspieler Ernst Busch 1943 Anwälte besorgt und auf diese Weise das Leben gerettet hatte.

Nach seiner Freilassung fuhr Gustaf Gründgens sogleich nach Süddeutschland, um sich für die inhaftierte Emmy Göring einzusetzen.

Marianne Hoppe erwartete zu dieser Zeit ein Kind von dem befreundeten britischen Journalisten und Geheimdienstagenten Ralph Izzard. Die Ehe mit Gustaf Gründgens wurde im Mai 1946 geschieden.

Zwei Tage vor Marianne Hoppes Niederkunft, am 3. Mai 1946, stand Gründgens schon wieder auf der Bühne, und zwar im Deutschen Theater im sowjetischen Sektor von Berlin, in der Komödie „Der Snob“ von Carl Sternheim. Klaus Mann saß in der ersten Reihe, lehnte es jedoch ab, dem Hauptdarsteller in der Garderobe seine Aufwartung zu machen.

Gustaf Gründgens neuer Lebensgefährte war Peter Gorski, der 1942 Kontakt mit ihm aufgenommen hatte. 1949 adoptierte er den 21 Jahre jüngeren Mann, setzte ihn als Alleinerben ein und holte ihn als Regieassistenten ans Theater.

1947 bis 1951 arbeitete Gustaf Gründgens als Generalintendant in Düsseldorf, zunächst der Städtischen Bühnen, dann des Schauspielhauses. Von 1948 bis 1950 war er Präsident des Deutschen Bühnenvereins. Als Geschäftsführer der Neue Schauspiel GmbH in Düsseldorf amtierte er 1951 bis 1955. Von 1955 bis 1963 engagierte er sich als Generalintendant und künstlerischer Leiter des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg.

Seine Hamburger „Faust“-Inszenierung wurde auch fürs Kino adaptiert. Gustaf Gründgens führte mit Peter Gorski zusammen Regie und stand als Mephisto vor der Kamera, während Faust von Will Quadflieg verkörpert wurde („Faust“).

Zum letzten Mal stand Gustaf Gründgens 1963 als König Philipp II. in Friedrich Schillers Drama „Don Carlos“ auf der Bühne.

Mitte September 1963 brach Gustaf Gründgens mit seinem 24-jährigen, am Theater als Beleuchter beschäftigten Liebhaber Jürgen Schleiß zu einer Weltreise auf. Er starb in der Nacht vom 6./7. Oktober 1963 in einem Hotelzimmer in Manila an einer von Schlaftabletten verursachten Magenblutung. Ob er versehentlich oder in selbstmörderischer Absicht eine Überdosis geschluckt hatte, blieb unklar. Auf einen Briefumschlag hatte er noch geschrieben: „Ich habe glaube ich zu viel Schlafmittel genommen, mir ist ein bisschen komisch. Lass mich ausschlafen.“

Bestattet wurde Gustaf Gründgens auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg.

Im Hofgarten Düsseldorf wurde 1984 eine von Peter Rübsam gestaltete Statue von Gustaf Gründgens aufgestellt. Die Mercedes-Benz Niederlassung in Hamburg stiftete 2011 den „Gustaf-Gründgens-Preis“, der durch das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg und den Lions Clubs International verliehen wird. Erster Preisträger war 2012 der Hamburger Ballettdirektor John Neumeier.

© Dieter Wunderlich 2016

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