Colum McCann : Transatlantik

Transatlantik

Colum McCann

Transatlantik

Originalausgabe: TransAtlantic Random House, New York 2013 Transatlantik Übersetzung: Dirk van Gunsteren Rowohlt Verlag, Reinbek 2014 ISBN: 978-3-498-04522-7, 381 Seiten, 22.95 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

In seinem Roman "Transatlantik" malt Colum McCann zunächst drei historische Ereignissen in den Jahren 1845/46, 1919 und 1998 aus. Dann erzählt er eine fiktive Familiengeschichte über vier Frauen aus vier Generationen. Sie beginnt 1846 mit der Auswanderung des irischen Dienstmädchens Lily nach Amerika. Lilys Enkelin Lottie lebt dann wieder in Irland. Mit Hannah reißt die Mütter-Töchter-Kette ab: ihr einziges Kind, ein Sohn, wird nicht älter als 19 Jahre: katholische oder protestantische Kämpfer erschießen ihn ...
mehr erfahren

Kritik

Der Roman "Transatlantik" dreht sich um Menschen, die etwas verän­dern wollen. Colum McCann erzählt nüchtern, aber weitschweifig. Viel­leicht wäre es besser gewesen, die historischen und fiktiven Erzähl­stränge miteinander zu verflechten.
mehr erfahren

1845 trifft Frederick Douglass in Irland ein. Dem afroamerikanischen Sklaven war es gelungen, nach New York zu entkommen und sich durch gegen die Sklaverei gerichtete Reden und Bücher einen Namen zu machen. Sein irischer Verleger Richard Webb hat ihn nach Dublin eingeladen. Seine Frau Anna und die Kinder ließ er in Lynn/Massachusetts zurück. Douglass findet es gut, dass ihn die Iren nicht als Nigger beschimpfen, aber er argwöhnt, dass er für sie nur eine Kuriosität darstellt.

Im Jahr darauf fährt Webb mit ihm in einer Kutsche nach Süden. Douglass ist entsetzt über das Elend, das er unterwegs sieht. In Cork werden sie allerdings von der Familie Jennings in einem Steinhaus mit Rosengarten erwartet. Isabel, eine der Töchter, ist Anfang 20.

Das Land bringe genug hervor, um drei oder viermal so viel Menschen satt zu machen, sagte sie, doch diese Nahrungsmittel würden nach Indien, China und den westindischen Inseln verschifft. Die Erschöpfung des Empires. Wenn sie doch nur etwas ändern könnte. Die Wahrheit könne nicht durch Schweigen geschützt werden. Flussabwärts besitze ihre Familie Lagerhäuser voller Lebensmittel. Essig. Hefe. Gemälzte Gerste. Sogar Kisten voller Konfitüre. Aber man dürfe das alles nicht einfach verschenken. Es gebe Gesetze, Zölle und Eigentumsrechte. Und noch andere komplizierte Sachverhalte. Geschäftliche Vereinbarungen. Langfristige Verträge. Steuerliche Bestimmungen.

An einem der letzten Tage, die Douglass in Cork verbringt, sitzt bei Isabel Jennings das 17-jährige Dienstmädchen Lily Duggan, das er bereits im Haus seines Verlegers sah. Sowohl ihr Vater als auch ihre Mutter sind alkoholkrank. Als sie mit 14 schwanger wurde und das Kind verlor, warfen die Eltern sie hinaus. Seither schlug sie sich als Dienstmädchen durch. Frederick Douglass‘ Vorbild hat sie dazu gebracht, ihre Stellung zu kündigen, denn sie erhofft sich auf der anderen Seite des Atlantiks ein freies und besseres Leben. Zu Fuß kam sie aus Dublin nach Cork, um sich im Hafen von Cove einzuschiffen. Isabel kümmert sich um sie und steckt ihr zum Abschied noch etwas Geld zu.

Acht Wochen dauert die Atlantik-Überquerung im Jahr 1846.

In New York heiratet Lily Duggan einen Amerikaner namens John Fitzpatrick, der sie allerdings im Stich lässt, als sie schwanger wird. Sie zieht mit ihrem Sohn Thaddeus von New York nach St. Louis und arbeitet wie in Irland als Hausmädchen.

Thaddeus Fitzpatrick meldet sich im Alter von 17 Jahren zum Bürgerkrieg. Lily verlässt gleichzeitig mit ihm St. Louis und bekommt Arbeit in der Wäscherei eines Lazaretts hinter der Front. Nach ein paar Wochen beschäftigt man sie als Hilfskraft bei der Versorgung der Verwundeten. Immer wieder erkundigt sie sich bei den Soldaten nach ihrem Sohn – bis er tot ins Lazarett gebracht wird. Nachdem sie die Leiche hergerichtet und begraben hat, lässt sie sich von dem über 50 Jahre alten Eisstangen-Händler Jon Ehrlich mitnehmen.

Jon Ehrlich besitzt ein Haus an einem See, dessen Eisfläche er jeweils am Ende des Winters in Blöcke zerteilt. Die lagert er bis zum Verkauf in einem isolierten Schuppen. Lily muss vor der Hochzeit zum Protestantismus konvertieren. Sie ist 37 Jahre alt, als sie und Jon Ehrlich das erste von sechs Kindern bekommen. Auf Adam folgen Benjamin, Lawrence, Nathaniel, Tomas und 1872 Emily, die einzige Tochter.

1876 kommen Jon und die Söhne Adam und Benjamin bei einem Unfall mit dem Flaschenzug ums Leben. Lily Ehrlich führt den Betrieb weiter und beschäftigt drei Jahre nach dem tödlichen Unfall nicht nur ihre drei verbliebenen Söhne, sondern auch noch fünf andere Männer. Im vierten Jahr verkauft sie das Haus, die Ausrüstung und die Pachtverträge ihrem bretonischen Vorarbeiter und eröffnet mit dem Geld in St. Louis ein Geschäft für Stangeneis. Das überträgt sie 1887 den Söhnen. Lawrence, der inzwischen in Chicago studiert hat, übernimmt es und zahlt seine beiden jüngeren Brüder aus, denn Nathaniel zieht nach San Francisco und Tomas nach Toronto.

1889 hört Lily Ehrlich noch einmal eine Rede von Frederick Douglass.

Emily Ehrlich fängt 1897 als Sekretärin in der Anzeigenabteilung einer Zeitung in St. Louis zu arbeiten an. Der Redakteur Vincent Driscoll beginnt ein Verhältnis mit ihr, obwohl er Familienvater ist. Er lässt sie Texte schreiben und redigiert sie. 1898 liest sie erstmals einen selbst verfassten Text in der Zeitung. Unterzeichnet ist er jedoch mit „Vincent Driscoll“. Aufgebracht stellt sie ihren Liebhaber zur Rede, aber er meint, als Frau müsse sie ihm dankbar dafür sein, dass ihre Texte überhaupt veröffentlicht werden. Als sie schwanger ist, setzt sie ihn unter Druck, und er schreibt von da an „E. L. Ehrlich“ unter ihre Artikel. 1902 bringt sie ihre Tochter Lottie zur Welt. Zwei Jahre später bricht Vincent Driscoll mit einem Herzinfarkt tot am Schreibtisch zusammen. Bei seinen Sachen wird eine Erklärung gefunden, in der es heißt, er sei auch der alleinige Autor aller mit „E. L. Ehrlich“ signierten Beiträge. Emily Ehrlich muss die Zeitung verlassen.

Zuflucht sucht sie in Toronto, bei ihrem Bruder Tomas, der dort inzwischen als Bergbauingenieur gut verdient. Weil seine Frau nicht haben will, dass Emily und Lottie bei ihnen wohnen, ziehen die beiden weiter nach Neufundland, wo sie sich im Cochrane Hotel einquartieren. Emily schreibt für die Zeitung „Evening Telegram“, und ein Verlag in Halifax veröffentlicht zwei Bände mit Gedichten von ihr.

1919 ist sie unter den Reportern, die den Piloten John Alcock und seinen Navigator Arthur W. („Teddy“) Brown vor dem geplanten Nonstop-Flug über den Atlantik interviewen. Ihre 17-jährige Tochter begleitet sie als Pressefotografin. Vor dem Abflug am 14. Juni bittet Lottie den Navigator, einen von ihrer Mutter geschriebenen Brief mit nach Irland zu nehmen.

Beim Start in St. John’s sind Emily und Lottie zwar nicht dabei, aber sie hören und sehen das Flugzeug vom Fenster ihres Hotelzimmer aus.

Es handelt sich um eine im Krieg als Bomber benutzte Vickers Vimy von Alcock und Brown mit offenem Cockpit. Damit landen Alcock und Brown am nächsten Tag nach einem knapp 16-stündigen Flug in der Nähe von Clifden. Allerdings stellen sie zu spät fest, dass es sich bei der vermeintlich grünen Wiese, die sie als Landeplatz auswählen, um einen Teil des Derrygimlagh Moores handelt. Weil die Räder im Sumpf versinken, stellt sich das Flugzeug auf die Nase, aber die beiden Insassen überstehen die harte Landung unverletzt.

Anlässlich des zehnten Jahrestages des ersten Nonstop-Transatlantik-Flugs reisen Emily und Lottie Ehrlich 1929 für eine Zeitung in Toronto in einer Schiffskabine erster Klasse nach Europa.

In Southampton werden sie von dem nordirischen Fahrer Ambrose Tuttle abgeholt. Er bringt sie nach Swansea zu Sir Arthur Brown, der sie mit seiner Frau Kathleen und dem Sohn Buster bekannt macht. John Alcock ist bereits tot; er stürzte ein halbes Jahr nach der Atlantik-Überquerung in Frankreich ab.

Teddy Brown gesteht Emily, dass er vor zehn Jahren vergessen habe, ihren an die Familie Jennings in Cork adressierten Brief weiterzugeben. Er entschuldigt sich für das Versäumnis und händigt ihr das verschlossene Kuvert aus.

Vier Monate später heiraten Lottie und Ambrose Tuttle.

Nach dem Börsenkrach am 24. Oktober 1929 kehrt Ambrose Tuttle nach Belfast zurück und kümmert sich um das Familienunternehmen, das Leinen für die Bespannung von Flugzeug-Tragflächen herstellt und durch die Weltwirtschaftskrise ins Trudeln gerät.

Emily Ehrlich stirbt 1934 in Amerika.

1940 bringt Lottie eine Tochter zur Welt: Hannah.

Nach dem Krieg war es vorbei mit dem Fotografieren – es löste sich auf in den Chemikalien der Zeit, eines Kindes, eines Geschäfts, einer Ehe. In den Fünfziger- und frühen Sechzigerjahren arbeitete Lottie sogar in der Verwaltung einer Fabrik und fristete ein von Webstühlen und dem melancholischen Heulen der Feierabendsirene begrenztes, unaussprechlich trauriges Leben.

Hannah wird im Alter von 19 Jahren ebenfalls Mutter. Vater des Sohnes Tomas ist ein Student aus Amsterdam, der sich sogleich aus dem Staub macht.

Im Herbst 1978 lädt Hannahs Ehemann, der Gutsbesitzer Lawrence Carson, zur jährlichen Entenjagd auf seiner Insel im Strangford Lough ein. Tomas hält sich von der Jagdgesellschaft seines Stiefvaters zunächst fern, lässt sich dann jedoch zum Mitmachen überreden. Als er im Morgengrauen Lockenten aussetzt, wird er von Männern erschossen, die es auf seine Vogelflinte abgesehen haben. Ob die Mörder der UVF, IRA, UFF oder INLA angehören, wird nie geklärt.

Im Frühjahr 1998 verabschiedet sich der 64-jährige Senator George J. Mitchell in New York von seiner Ehefrau Heather, die erst kürzlich einen Sohn gebar, der den Namen Andrew bekam. Sein Fahrer bringt ihn zum JFK-Airport. Mitchell stammt aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater arbeitete als Hausmeister, seine libanesische Mutter in einer Textilfabrik. George Mitchell brachte es dagegen zum Bundesstaatsanwalt und Richter in Maine, er wurde 1980 Senator und fungierte von 1989 bis 1995 als Parteiführer der demokratischen Opposition im Senat. US-Präsident Bill Clinton überredete ihn 1995, den Vorsitz bei den Friedensverhandlungen im Nordirlandkonflikt zu übernehmen. In den drei Jahren ist er zweihundertmal zwischen New York, London, Belfast, Dublin und Washington hin und her geflogen.

Während seines Irland-Aufenthalts in der Karwoche 1998 begegnet ihm die an einen Rollstuhl gefesselte Journalistin Lottie Tuttle und stellt ihm ihre Tochter Hannah vor.

Am 10. April 1998, es ist der Karfreitag, unterzeichnen Großbritannien, die Republik Irland und die nordirschen Parteien ein Abkommen, mit dem sie den blutigen Nordirlandkonflikt beenden und eine politische Lösung anstreben (Karfreitagsabkommen).

Emily Ehrlichs Brief an die Familie Jennings ist ungeöffnet von Müttern zu Töchtern weitergegeben worden. Hannah Carson hat jedoch nach dem Tod ihres Sohnes Tomas keine Kinder mehr. Simon Leogue, der Filialleiter der Bank, bei der die Witwe Hypotheken aufgenommen hat, drängt sie 2011, das Land zu verkaufen und eine Wohnung zu mieten.

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich einen großen Teil meiner Zeit ohne besonderes Ziel verbracht und das Versprechen, das ich mir einst gab, gebrochen habe: ein paar Jahre als Krankenschwester, zehn Jahre in der Women’s Coalition, ein bisschen Landwirtschaft auf der Insel, ein paar Monate als Kosmetikverkäuferin, ein paar Jahre Hundezucht.

Hannah fährt im Mai 2011 nach Belfast, um den Brief ihrer Großmutter zu verkaufen, den sie in einer Klarsichthülle aufgehoben hat. Weil sich nicht beweisen lässt, dass John Alcock und Arthur Brown ihn bei ihrem Transatlantik-Flug dabei hatten, wäre der Erlös zu gering, um einen substanziellen Teil der Schulden zu tilgen. In ihrer Verzweiflung trinkt Hannah in einer Bar etwas – und schläft dann hinter dem Lenkrad des geparkten Autos ein. Eine Polizistin weckt sie. Um nicht die Nacht im Gefängnis verbringen zu müssen, ruft Hannah den emeritierten Geschichtsprofessor Jack Craddogh an, mit dem sie vor langer Zeit eine Affäre hatte, und fragt ihn, ob sie bei ihm und seiner Frau Paula übernachten könne.

Der 72-Jährige weiß, dass sich sein Kollege Professor David Manyaki für Frederick Douglass interessiert, und weil der Inhalt des Briefes im Zusammenhang mit dessen Irland-Reise im Jahr 1845/46 stehen könnte, ruft Craddogh den 40 Jahre jüngeren Afrikaner in Dublin an und weist ihn darauf hin. Am nächsten Tag fährt Hannah mit ihrer altersschwachen Hündin Georgie nach Dublin und wird von David Manyaki, seiner aus der reichen irischen Familie Quinlan stammenden Frau Aoibheann und den fünf bzw. sieben Jahre alten Söhnen Oisin und Conor herzlich aufgenommen. Vier Tage lang bleibt Hannah bei der Familie. Manyaki schickt Fotos des Briefes per E-Mail an Sammler, die er kennt. Aber niemand bietet mehr als 1000 Pfund.

Als Hannah wieder zu Hause ist, ruft David Manyaki an, um ihr mitzuteilen, dass sie den Brief vergessen habe. Aber sie ließ ihn absichtlich liegen. Sie fordert den Professor auf, ihn zu öffnen und vorzulesen. Auf Briefpapier des Cochrane Hotels schrieb Emily Ehrlich im Juni 1919 an die Familie Jennings in Cork:

Ich schicke diesen Brief in der Hoffnung, dass er in Ihre Hände gelangt. Meine Mutter Lily Duggan hat ihr Leben lang nicht vergessen, wie freundlich Miss Isabel Jennings zu ihr war. […] Dieser Brief ist also nur ein einfaches Zeichen meiner Wertschätzung. Ich sende ihn mit dem Ausdruck meiner tiefen Dankbarkeit.

Kurz darauf bereitet Hannah die Versteigerung ihres Besitzes auf der Insel im Strangford Lough vor. Überraschend kommen David und Aoibheann mit den beiden Söhnen. Sie erwerben das Areal, ziehen in das Haus und lassen auch Hannah weiter dort wohnen.

nach oben

In seinem Roman „Transatlantik“ breitet Colum McCann eine Familiengeschichte über vier Generationen aus. Sie beginnt 1845 und endet 2012.

Drei historische Ereignisse bilden die Eckpfeiler: die Irland-Reise des amerikanischen Abolitionisten Frederick Douglass 1845/46, der erste Nonstop-Transatlantik-Flug von John Alcock und Arthur W. Brown im Juni 1919 und das Karfreitagabkommen vom 10. April 1998. Bei den männlichen Hauptfiguren handelt es sich denn auch um historische Persönlichkeiten: Frederick Douglass (1817/1818 – 1895), Sir John Alcock KBE (1892 – 1919), Sir Arthur Whitten Brown (1886 – 1948), George John Mitchell (* 1933). Verknüpft werden diese historischen Meilensteine durch die fiktiven Frauenfiguren Lily, Emily, Lottie, Hannah. Allerdings hat Colum McCann den Roman „Transatlantik“ gesplittet: In der ersten Hälfte, in der es um die drei fiktiv ausgeschmückten historischen Ereignisse geht, tauchen die Frauen nur am Rand auf. Die Familiengeschichte erzählt Colum McCann dann in der zweiten Hälfte des Buches, und zwar in Kapiteln, die mit Jahreszahlen überschrieben sind: 1873 – 1889, 1929, 1978, 2011. Das Ende wird in dem 2012 spielenden Prolog vorweggenommen. Vielleicht ließe sich „Transatlantik“ besser lesen, wenn Colum McCann auf die Aufspaltung verzichtet, also historische und fiktive Erzählstränge miteinander verflochten hätte.

Der Roman „Transatlantik“ dreht sich um Menschen, die etwas verändern wollen. Für einige von ihnen ist dies mit Transatlantik-Reisen verbunden. So kommt der Afroamerikaner Frederick Douglass in seinem Kampf gegen den Rassenhass und die Sklaverei nach Irland. Er weckt in dem irischen Dienstmädchen Lily Duggan die Hoffnung auf ein besseres Leben in Amerika. John Alcock und Arthur Brown überfliegen den Atlantik erstmals nonstop. Emily und Lottie Ehrlich überqueren den Atlantik ebenfalls, nicht in Ost-West-Richtung wie Emilys Mutter Lily, sondern in der Gegenrichtung, und Lottie bleibt danach in Irland. George J. Mitchell fliegt drei Jahre lang zwischen den Kontinenten auf beiden Seiten des Atlantiks hin und her, um im Nordirlandkonflikt zu vermitteln. Der Titel „Transatlantik“ ist also mehr als gerechtfertigt.

Colum McCann erzählt weitschweifig und bevorzugt die indirekte gegenüber der direkten Rede, obwohl wörtliche Dialoge die Lektüre „konkreter“, szenischer und lebendiger gemacht hätten. Vor allem die erste Hälfte des Buches wirkt doch etwas trocken und langatmig. Die Sprache wird von kurzen, nüchternen Sätzen geprägt. Mit Ausnahme des letzten Kapitels von „Transatlantik“, in dem Hannah als Ich-Erzählerin auftritt, schreibt Colum McCann in der dritten Person Imperfekt.

Den Roman „Transatlantik“ von Colum McCann gibt es auch als Hörbuch, gelesen von Gabriele Blum und Wolfram Koch (Regie: Harald Krewer, ISBN 978-3-8398-5204-0).

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2014
Textauszüge: © Rowohlt Verlag

Frederick Douglass (Kurzbiografie)

Colum McCann: Der Tänzer
Colum McCann: Zoli

Milan Kundera - Die Identität
Elegant und scheinbar spielerisch arrangiert Milan Kundera in dem Roman "Die Identität" unerwartete Situationen, in denen sich seine Figuren verirren.
Die Identität

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Sommer durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.