Master and Commander

Master and Commander

Master and Commander

Originaltitel: Master and Commander. The Far Side of the World - Regie: Peter Weir - Drehbuch: Peter Weir und John Collee, nach einer Romanreihe von Patrick O'Brian - Kamera: Russell Boyd - Schnitt: Lee Smith - Musik: Iva Davies, Christopher Gordon, Richard Tognetti - Darsteller: Russell Crowe, Paul Bettany, James D'Arcy, Edward Woodall, Chris Larkin, Christopher Larkin, Max Pirkis, Jack Randall, Max Benitz, Lee Ingleby, Richard Pates, Richard Pateswarrant, Robert Pugh, Richard McCabe, Ian Mercer u.a. - 2003; 135 Minuten

Inhaltsangabe

Die Besatzung der britischen "Surprise" wird 1805 vor der brasilianischen Küste von der französischen Fregatte "Acheron" überrascht und angegriffen. Der Nebel hilft Kapitän Aubrey, die Versenkung seines Schiffes zu verhindern. Statt nun aber einen Hafen anzulaufen, befiehlt er, die "Surprise" auf hoher See zu reparieren und dann die "Acheron" zu verfolgen. Dass die "Acheron" der "Surprise" weit überlegen ist, schreckt ihn nicht davor ab ...
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Kritik

Die Romanreihe von Patrick O'Brian über den "Master and Commander" Jack Aubrey zeichnet sich durch authentische Schilderungen des Lebens auf See zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus. Dementsprechend kam es auch Peter Weir bei seiner Kinoadaptation auf historische Genauigkeit bis in die Details an.
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1805, als Frankreich und Großbritannien Krieg gegeneinander führen, wird die „HMS Surprise“ im Nebel vor der brasilianischen Küste von der französischen Fregatte „Acheron“ überrascht und angegriffen. Von den 197 Männern an Bord kommen 9 ums Leben, 27 werden verwundet. Der englische Kapitän Jack Aubrey (Russel Crowe) lässt die manövrierunfähig geschossene „Surprise“ von Ruderbooten tiefer in den Nebel ziehen und verhindert auf diese Weise die Versenkung seines Schiffes.

Statt einen Hafen anzulaufen, befiehlt Aubrey, die schwer beschädigte „Surprise“ auf hoher See zu reparieren, denn er will keine Zeit verlieren, sondern die „Acheron“ so rasch wie möglich verfolgen, um seine Ehre wieder herzustellen. Dass die „Acheron“ der „Surprise“ in der Bauweise, der Geschwindigkeit sowie der Zahl und Reichweite der Kanonen weit überlegen ist, schreckt ihn nicht davor ab.

Einen Matrosen, der einem der Offiziere den Gruß verweigert, lässt Aubrey vor den Augen der Besatzung auspeitschen. Er ist jedoch weder ein Despot noch ein Haudegen, sondern ein pflichtbewusster Kapitän, der auf seinem Schiff für Disziplin sorgt. Wenn er sich eine Stunde frei machen kann, diskutiert er mit seinem Freund, dem irischen Schiffsarzt und Forscher Dr. Stephen Maturin (Paul Bettany) über die Natur und den Sinn des Lebens, oder musiziert mit ihm zusammen auf einer Geige und einem Cello.

Bei einer zweiten unerwarteten Feindberührung flieht Aubrey zwar, bis die Dunkelheit hereinbricht, aber dann lässt er ein Floß aussetzen und beleuchten, um die Mannschaft der „Acheron“ zu täuschen und unbemerkt eine günstige Position für eine Seeschlacht einnehmen zu können. Die „Acheron“ lässt es diesmal jedoch nicht zum Kampf kommen, sondern segelt weiter nach Süden.

Am Kap Hoorn tobt ein Sturm. Dabei geht der junge Offizier William Warley (Joseph Morgan) über Bord und ertrinkt.

Im Pazifik segelt die „Surprise“ nach Norden. Maturin kann es kaum erwarten, bis er die Möglichkeit erhält, auf den Galapagos-Inseln einige Tage lang die Fauna zu studieren. Doch als Aubrey dort auf Schiffbrüchige des britischen Walfängers „Albatros“ stößt und erfährt, dass deren Schiff von der „Acheron“ versenkt wurde, sagt Aubrey den Landausflug ab und sucht nach dem feindlichen Schiff. Darüber kommt es zu einem heftigen Streit zwischen dem ehrgeizigen Kapitän und dem leidenschaftlichen Forscher.

Die Mannschaft beginnt zu murren. Ein Alter hetzt die anderen auf und kanalisiert die Wut der Männer auf den dreißigjährigen Offizier Hollom (Lee Ingleby) – bis dieser sich mit einer Kanonenkugel in den Händen ins Meer stürzt.

Als ein Matrose auf einen die „Surprise“ umflatternden Vogel schießt, trifft er stattdessen den Schiffsarzt. Maturin droht zu sterben. Obwohl die „Acheron“ in Sicht kommt, lässt Aubrey abdrehen, hält wieder auf die Galapagos-Inseln zu und legt dort an. Man trägt den Verletzten an Land, wo er sich mit Hilfe eines Spiegels selbst das Geschoss und einen Fetzen von seinem Hemd aus dem Bauch operiert.

Weil Aufbrey es nun aufgegeben hat, die „Acheron“ weiter zu verfolgen, ruht die Mannschaft sich tagelang auf einer der Inseln aus, und Maturin kann nach seiner Genesung sogar mit dem jungen Offizier Blakeney (Max Pirkis) eine Wanderung unternehmen, um bisher noch unbekannte Tiere einzufangen. Da entdeckt er von einer Anhöhe aus die „Acheron“, die auf der anderen Seite der Insel ankert. Maturin und Blakeney öffnen die Käfige und lassen sie samt den Tieren zurück, um schneller zum Schiff zu kommen und Aubrey die Nachricht zu überbringen.

Ein Insekt, das sich als Zweig tarnt, bringt Aubrey auf eine Idee, wie er den Kapitän des weit stärkeren Schiffes überlisten kann: Er und die Männer verstecken ihre Uniformen unter Zivilmänteln, und sie zünden auf der „Surprise“ ein schwarz qualmendes Feuer an, um wie Walfänger auszusehen und die „Acheron“ anzulocken.

Erst als die „Acheron“ zum Greifen nah vor der Breitseite ist, befiehlt Aubrey, die Mäntel abzulegen, die Luken für die Kanonen zu öffnen und auf die französische Fregatte zu feuern. Die Briten entern das feindliche Schiff, und dort kommt es zu einem blutigen Säbelkampf von Mann gegen Mann.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Der französische Kommandant (Thierry Segall) wird während der ganzen Schlacht nicht gesehen. Danach führt ein Mann, der sich als Schiffsarzt ausgibt, Aubrey zu ihm: Er liegt bleich und leblos auf einer Pritsche. Vor seinem Tod, erklärt der angebliche Schiffsarzt, habe der Kapitän noch angeordnet, sein Schwert dem Sieger zu überreichen. Aubrey nimmt die Waffe respektvoll entgegen.

Nachdem die Gefallenen in Säcke eingenäht und dem Meer übergeben wurden, will Aubrey zu den Galapagos-Inseln zurückkehren, um Proviant aufzunehmen und seinem Freund die Möglichkeit für weitere Forschungen zu geben. Der zum Kapitän ernannte Erste Leutnant Tom Pullings (James D’Arcy) soll mit der „Acheron“ nach Valparaiso segeln und dort auf die „Surprise“ warten.

Kurz nachdem sich die beiden Schiffe getrennt haben, erfährt Maturin von einem gefangenen Franzosen, der Schiffsarzt der „Acheron“ sei bereits vor längerer Zeit gestorben. Als Aubrey das hört, ahnt er, dass der Tod des französischen Kapitäns vorgetäuscht war. Erneut jagt er der „Surprise“ nach und gibt Befehl: „Klar zum Gefecht!“

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In zwanzig Romanen über den „Master and Commander“ Jack Aubrey schilderte Patrick O’Brian das Leben auf See zu Beginn des 19. Jahrhunderts, und zwar so präzise und zutreffend, dass ihm dafür sogar Historiker Anerkennung zollten. Bei der Verfilmung von Motiven aus der Romanreihe von Patrick O’Brian legte denn auch Peter Weir großen Wert auf historische Genauigkeit: Taue, Kleidung, Uniform-Knöpfe, medizinische Instrumente und andere Details ließ er sorgfältig rekonstruieren. Die Komparsen wurden zwei Wochen lang in der Bedienung der Takelage ausgebildet, damit sie auch bei Massenszenen genau wussten, was sie zu tun hatten. Obwohl es in „Master and Commander“ zwei heftige Seeschlachten und den Kampf der Schiffsbesatzung mit einem gewaltigen Orkan zu sehen gibt, strebte Peter Weir kein Action-Spektakel an, sondern er zeigt das harte Leben auf einem Schiff während der Napoleonischen Kriege.

Peter Weir […] deskonstruiert das Genre, enthüllt die spielerische Leichtigkeit, die Eleganz, mit der die früheren Filme uns betörten, als Illusion. Das Leben, das er uns zeigt an Deck dieser Schiffe, ist schwer und schwerfällig. Die Reaktionen sind langsam, am Rande der Manövrierunfähigkeit. (Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung, 27. November 2003)

135 Millionen Dollar kostete der Film „Master and Commander“. Für die Kameraführung (Russell Boyd) und die Musik (Iva Davies, Christopher Gordon, Richard Tognetti) gab es je einen „Oscar“.

Die im Film zu hörende klassische Musik stammt von Johann Sebastian Bach, Luigi Boccherini, Arcangelo Corelli, Wolfgang Amadeus Mozart und Ralph Vaughan Williams.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

Patrick O’Brian (Kurzbiografie)

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