John Updike : Rabbit-Buchreihe

Rabbit-Buchreihe
Rabbit, Run (1960) Rabbit Redux (1971) Rabbit Is Rich (1981) Rabbit at Rest (1990) Rabbit Remembered (2002) Hasenherz (1962) Übersetzung: Maria Carlsson Unter dem Astronautenmond (1973) Übersetzung: Kai Molvig Bessere Verhältnisse (1983) Übersetzung: Barbara Henninges Rabbit in Ruhe (1992) Übersetzung: Maria Carlsson Rabbit, eine Rückkehr (2002) Übersetzung: Maria Carlsson
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Sexualität und Promiskuität befeuern Harry Angstrom ("Rabbit"). Als Erwachsener versucht der als Schüler erfolgreiche Basketball-Spieler anfangs noch, aus dem Ennui und der Mittelmäßigkeit auszubrechen, aber im Lauf der Jahrzehnte passt er sich nicht nur an, sondern ruiniert auch seinen Körper durch Passivität und ungesunde Ernährung (Junk Food).
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Kritik

Mit der Rabbit-Pentalogie veranschaulicht John Updike die Entwicklung von Politik und Gesellschaft der USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aus der Perspektive eines weißen Durchschnittsbürgers verfolgen wir Vorurteile und Rollenerwartungen sowie die Veränderung der Lebensweise und der moralischen Vorstellungen.
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Hasenherz

Harry Angstrom wird 1933 in Brewer/Pennsylvania geboren. Seit er in der Schulmannschaft erfolgreich Basketball spielte, lautet sein Spitzname Rabbit (Hasenherz). 1956 heiratet er eine vier Jahre jüngere Frau: Janice. Die beiden leben mit ihrem 1957 geborenen Sohn Nelson im Vorort Mount Judge, und Rabbit arbeitet als Verkäufer von Küchengeräten in seiner Heimatstadt. 1959 ist Janice erneut schwanger.

Dass er Janice heiratete, hält Rabbit inzwischen für einen Fehler, denn er befürchtet, dadurch zur Mittelmäßigkeit verdammt zu sein. Er versucht auszubrechen und fährt spontan mit dem Auto los. Nach einer Irrfahrt besucht er seinen früheren Basketballtrainer Marty Tothero und beginnt eine Affäre mit der gleichaltrigen Stenokontoristin Ruth Leonard, die zuvor mit seinem Schulfreund Ron („Ronnie“) Harrison zusammen war. Janice kehrt mit Nelson zu ihren Eltern zurück und bringt schließlich eine Tochter zur Welt: Rebecca June.

Unter dem Einfluss des episkopalischen Geistlichen Jack Eccles versucht Rabbit, die Familie zu retten und fängt im Gebrauchtwagenhandel seines Schwiegervaters Fred Springer in Brewer zu arbeiten an. Aber nach kurzer Zeit zieht es ihn erneut fort, und Janice steigert daraufhin ihren Alkoholkonsum. Versehentlich lässt die Betrunkene ihre kleine Tochter Rebecca in der Badewanne ertrinken.

Unter dem Astronautenmond

Zehn Jahre später arbeitet der inzwischen 36-jährige Rabbit als Schriftsetzer einer Lokalzeitung in Brewer. Nun ist es Janice, die ihn verlässt, zu dem griechischstämmigen Autoverkäufer Charlie Stavros zieht und Rabbit mit dem zwölfjährigen Sohn Nelson zurücklässt. Rabbit holt nicht nur Jill ins Haus, ein 18 Jahre altes aus einer reichen Familie in Connecticut stammendes Hippie-Girl, sondern auch den afroamerikanischen Vietnam-Kriegsveteran Skeeter, nach dem die Polizei wegen Drogenhandels fahndet.

Den Nachbarn missfällt vor allem, dass Rabbit einen Schwarzen aufgenommen hat. Als jemand das Haus anzündet, stirbt Jill in den Flammen.

Weil Schriftsetzer aufgrund des technischen Fortschritts nicht mehr gebraucht werden, verliert Rabbit nach seiner kleinen Tochter, seiner Ehefrau, seiner Geliebten und seinem Haus auch noch seinen Job. Notgedrungen zieht er zu seinem verwitweten Vater.

Rabbits sieben Jahre jüngere Schwester Miriam („Mim“) Angstrom schlägt sich als Callgirl in Las Vegas durch.

Bessere Verhältnisse

Wiederum zehn Jahre später, 1979, lebt Rabbit wieder mit Janice in seiner Geburtsstadt Brewer und führt die von seinem Schwiegervater aufgebaute Toyota-Vertretung Springer Motors, die in der Familie „der Platz“ genannt wird.

Nelson bricht sein Studium an der Kent State University in Ohio ab, schwängert seine zwei Jahre ältere Freundin Teresa („Pru“) Lubell, heiratet sie und zieht mit ihr ins Elternhaus in Brewer. Pru stammt aus einer römisch-katholischen Familie in Akron/Ohio und arbeitete als Sekretärin an der Kent State University.

Ruth ist inzwischen mit einem älteren Mann mit Familiennamen Byer verheiratet und hat drei Kinder. Rabbit vermutet, dass er der Vater der zuerst geborenen Tochter ist.

Wie andere Neureiche auch, spielt Rabbit Golf und kauft mit Janice eine Immobilie in Penn Park.

Im Januar 1980 verbringen Rabbit und Janice ein Wochenende mit zwei anderen Paaren auf den Antillen, und dort kommt es zum Partnertausch. Webb Murkett treibt es mit Janice. Rabbit hat es auf dessen Ehefrau Cindy abgesehen, aber die paart sich mit Ronnie Harrison, und für Rabbit bleibt nur Thelma Harrison, die allerdings von da an zu seiner heimlichen Geliebten wird.

Rabbit in Ruhe

Ausführliche Inhaltsangabe und Kritik

Rabbit, eine Rückkehr

Zehn Jahre nach Rabbits Tod kontaktiert Annabelle Byer dessen inzwischen neu verheiratete Witwe Janice und gibt sich als Stieftochter aus. Nelson, dessen Ehefrau Pru mit den Kindern – der 19-jährigen Judy und ihrem jüngeren Bruder Roy – nach Ohio zurückgekehrt ist, sorgt dafür, dass seine verwaiste Halbschwester aufgenommen wird. Schließlich zieht er zu seiner Familie nach Ohio, lässt jedoch den Kontakt zu Annabelle nicht abreißen.

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1960 veröffentlichte John Updike seinen Roman „Rabbit, Run“ über Harry („Rabbit“) Angstrom in der Kleinstadt Brewer in Pennsylvania. 1971 folgte „Rabbit Redux“, und 1981 setzte John Updike die Romanreihe mit „Rabbit Is Rich“ fort. Im vierten Band ‒ „Rabbit at Rest“ (1990) ‒ stirbt die Titelfigur zwar, aber John Updike fügte 2002 noch „Rabbit Remembered“ hinzu. Die Titel der deutschen Übersetzungen von Maria Carlsson, Kai Molvig bzw. Barbara Henninges lauten „Hasenherz“ (1962), „Unter dem Astronautenmond“ (1973), „Bessere Verhältnisse“ (1983), „Rabbit in Ruhe“ (1992) und „Rabbit, eine Rückkehr“ (2002).

Mit der Rabbit-Pentalogie veranschaulicht John Updike in Zehn-Jahres-Schritten die Entwicklung von Politik und Gesellschaft der USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum steht ein Antiheld, der den weißen Durchschnittsbürger der Mittelschicht verkörpert. Aus der Perspektive dieses WASP (White-Anglo-Saxon-Protestant) verfolgen wir die charakteristischen Vorurteile und Rollenerwartungen sowie die Veränderung der Lebensweise, der moralischen Vorstellungen und der Haltung gegenüber Sex, Alkohol und Drogen.

Die Frauen beschweren sich, dass Männer bei ihnen immer nur Arsch und Titten sehen, aber was sollen wir denn sonst sehen? Wir sind auf Arsch und Titten programmiert worden.

Sexualität und Promiskuität befeuern Rabbit. Als Erwachsener versucht der als Schüler erfolgreiche Basketball-Spieler anfangs noch, aus dem Ennui und der Mittelmäßigkeit auszubrechen, aber im Lauf der Jahrzehnte passt er sich nicht nur an, sondern ruiniert auch seinen Körper durch Passivität und ungesunde Ernährung (Junk Food). John Updike zeigt am Beispiel Rabbits und seines Umfelds Ängste und Obsessionen, Täuschung und Selbstbetrug, Lebenslügen und Verteidigungsstrategien.

Mittelpunkt der chronologisch ablaufenden Handlung ist die nach John Updikes Geburtsort gestaltete fiktive Kleinstadt Brewer in Pennsylvania.

John Updike lässt sich viel Zeit, schreibt episch breit und schildert Alltagssituationen ungewöhnlich ausführlich, schaut aber auch genau hin und hört aufmerksam zu.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2021
Textauszüge: © Rowohlt Verlag

John Updike (Kurzbiografie)

John Updike: Die Hexen von Eastwick (Verfilmung)
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