The Big Lebowski

The Big Lebowski

The Big Lebowski

The Big Lebowski – Originaltitel: The Big Lebowski – Regie: Joel Coen – Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen – Kamera: Roger Deakins – Schnitt: Roderick Jaynes (= Joel und Ethan Coen) – Musik: Carter Burwell – Darsteller: Jeff Bridges, John Goodman, David Huddleston, Julianne Moore, Steve Buscemi, John Turturro, Tara Reid, Ben Gazzara, Philip Seymour Hoffman, Peter Stormare u.a. – 1998; 115 Minuten

Inhaltsangabe

Als der Althippie Jeff Lebowski von zwei Ganoven mit einem gleichnamigen Multimillionär verwechselt wird, ist es aus mit seinem ruhigen Dasein zwischen Bett und Bowling-Bahn. Nachdem man ihm den Kopf ins Klo gesteckt und seinen Teppich bepisst hat, gerät er in einen Entführungsfall, lässt sich dazu überreden, das Lösegeld zu überbringen – und hat plötzlich jede Menge Schwierigkeiten ...
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Kritik

"The Big Lebowski" ist eine Thrillergroteske der Gebrüder Joel und Ethan Coen mit schrägen Typen und einem Feuerwerk irrwitziger Einfälle.
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Los Angeles zu Beginn der Neunzigerjahre. Bei Jeff Lebowski (Jeff Bridges) handelt es sich um einen gutmütigen Althippie, der sich selbst nur „The Dude“ nennt. Selbstverständlich ist er arbeitslos. Im Bademantel und mit Schlappen an den Füßen schlurft er in den Supermarkt, um Milch zu kaufen, denn sein Lieblingsgetränk und Hauptnahrungsmittel „White Russian“ besteht aus Milch, Wodka und Eis. Dazu raucht Lebowski gern einen Joint und hört Walgesängen zu. Frauen zu erobern ist ihm zu anstrengend. Freiwillig bewegt er sich nur, wenn es um seine einzige Leidenschaft geht: das Bowling.

An einem Bowling-Abend erzählt Lebowski seinen Freunden Walter Sobchak (John Goodmann) und Theodore Donald („Donny“) Kerabatsos (Steve Buscemi), was ihm gerade passierte: Zwei Ganoven (Philip Moon, Mark Pellegrino) stürmten in sein Apartment, drückten ihm den Kopf ins Klo, pissten auf seinen Teppich und verlangten, dass er die Schulden seiner Frau bezahlt. Dabei ist Lebowski gar nicht verheiratet! Offenbar wurde er verwechselt.

Der cholerische Vietnamkriegs-Veteran Sobchak – der schon mal einem anderen Bowling-Spieler (Jimmie Dale Gilmore) die Pistole an den Kopf hält und ihn ermahnt „Smokey, dies ist nicht Vietnam! Es ist Bowling; da gibt es Regeln!“ –drängt Lebowski, den Namensvetter ausfindig zu machen und sich von ihm wenigstens den ruinierten Teppich ersetzen zu lassen.

Tatsächlich gibt es im Telefonbuch von Los Angeles nur noch einen Jeffrey Lebowski (David Huddleston), einen Kotzbrocken im Rollstuhl, der seine Beine im Korea-Krieg verlor und es dennoch zum Multimillionär gebracht zu haben scheint. Statt auf die Forderung seines ungebetenen gleichnamigen Besuchers einzugehen, zeigt „The Big Lebowski“ seine Verachtung für Penner und Versager. Durch einen Trick gelingt es dem Geschädigten allerdings doch noch, die Villa nicht mit leeren Händen, sondern mit einem Teppich zu verlassen.

Kurz darauf lässt The Big Lebowski allerdings den arbeitsscheuen Lebowski noch einmal kommen. Seine Ehefrau Bunny (Tara Reid) sei entführt worden, erzählt er. Vermutlich handele es sich bei den Entführern um die Ganoven, die seinen Namensvetter heimsuchten. Der soll deshalb an seiner Stelle eine Million Dollar Lösegeld überbringen und versuchen, die Gangster zu identifzieren. Weil Jeff Lebowski Bunny kurz sah, als er nach seinem ersten Besuch die Lebowski-Villa verließ, weiß er, dass sie viel jünger als ihr Mann und recht freizügig ist. Obwohl er argwöhnt, dass The Big Lebowski die Entführung seiner Frau nur vortäuscht – möglicherweise um eine von ihm veruntreute Million ersetzen zu können –, lässt er sich auf die Sache ein, nicht zuletzt, weil er hofft, etwas von dem Geld abzweigen zu können.

Zusammen mit Sobchak und dem Geldkoffer macht er sich auf den Weg. Sobchak vertauscht jedoch den Geldkoffer mit einem Koffer, der mit gebrauchter Unterwäsche gefüllt ist. So kommt es, dass die Million noch im Auto liegt, als Lebowski und Sobchak bereits wieder bowlen.

Dummerweise wird der Wagen gestohlen, und als die Polizei ihn findet, fehlt das Geld. Weil in dem Fahrzeug die Schularbeit eines Larry Sellers (Jesse Flanagan) lag, suchen Lebowski und Sobchak den Schüler auf, bekommen aber nichts aus ihm heraus, was sie weiterbringen könnte.

Da taucht die Tochter des Millionärs bei Jeff Lebowski auf. Die durchgeknallte Fluxus-Künstlerin Maude Lebowski (Julianne Moore), die ihr Schaffen als vaginal bezeichnet und ihren Vater nicht leiden kann, behauptet, dass sowohl das Geld als auch der Teppich ihr gehören. Den Teppich nimmt sie gleich mit; für die Wiederbeschaffung der Million bietet sie eine Prämie von 10 Prozent.

Allerdings verlangt auch The Big Lebowski das Geld zurück. Er präsentiert seinem Namensvetter die abgeschnittene Zehe einer Frau, die ihm die Kidnapper inzwischen schickten.

Zu allem Überfluss melden sich die beiden Ganoven noch einmal bei Lebowski und bringen ihn zu ihrem Chef, dem alternden Pornofilm-Produzenten Jackie Treehorn (Ben Gazzara). Treehorn vermutet, Bunny Lebowski habe ihre eigene Entführung inszeniert, um ihre Schulden bei ihm nicht begleichen zu müssen. In der Hoffnung, dass Jeff Lebowski ihm sagen kann, wo sie sich versteckt, setzt Treehorn ihn unter Drogen, aber es hilft nichts, weil Lebowski nichts über Bunnys Aufenthaltsort weiß.

Die Kidnapper – drei Nihilisten aus Deutschland (Peter Stormare, Torsten Voges, Flea) – sind überzeugt, dass Jeff Lebowski die Million noch hat. Deshalb überfallen sie ihn und seine beiden Freunde nach dem Bowlen auf dem Parkplatz. Donny Kerabatsos erleidet vor Schreck einen Herzinfarkt und stirbt.

Wird Lebowski aus diesem Chaos einigermaßen unbeschadet herauskommen?

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„The Big Lebowski“ ist eine Thrillergroteske mit schrägen Typen und irrwitzigen Einfällen. Die Brüder Joel und Ethan Coen versuchen erst gar nicht, eine lineare Geschichte zu entwickeln, sondern sie machen die Abschweifung und Verästelung zum Prinzip. Der Plot dient ihnen als Gerüst für ein originelles Gag-Feuerwerk.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

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