T. C. Boyle : Wassermusik

Wassermusik
Originalausgabe: Water Music Little, Brown & Co, Boston 1980 Wassermusik Übersetzung: Werner Richter Rogner & Bernhard, Hamburg 1987 ISBN 3-8077-0224-5, 560 Seiten Neuübersetzung: Dirk van Gunsteren Carl Hanser Verlag, München 2014 ISBN 978-3-446-24324-8, 571 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Zweimal – 1795 und 1805 – stieß der schottische Landarzt Mungo Park (1771 – 1806) von der westafrikanischen Küste aus ins Landesinnere zum Niger vor, über dessen Lauf die Europäer damals noch nichts wussten. Während der zweiten Reise wartete zu Hause in Schottland seine Ehefrau Ailie Anderson mit den Kindern auf ihn – doch Mungo Park blieb verschollen.
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Kritik

Die Fakten verwendete T. C. Boyle in "Wassermusik" als Gerüst für eine ironische, farbige und vor bizarren Einfällen überbordende Romanhandlung.

Zweimal – 1795 und 1805 – stieß der schottische Landarzt Mungo Park von der westafrikanischen Küste aus ins Landesinnere zum Niger vor, über dessen Lauf die Europäer damals noch nichts wussten. Bei seinen Expeditionen erlebte der Forscher zahlreiche Abenteuer. Während der zweiten Reise wartete zu Hause in Schottland seine Ehefrau Ailie Anderson mit den Kindern auf ihn – doch Mungo Park blieb verschollen.

Tom Coraghessan Boyle ging es nicht darum, eine Biografie oder ein literarisches Porträt des schottischen Forschers zu schreiben, sondern er verwendete die Fakten lediglich als Gerüst für eine ironische, farbige und vor bizarren Einfällen überbordende Romanhandlung. Als Kontrast zu dem unerschrockenen Protagonisten, der ein wenig wie Don Quijote wirkt, erdachte T. C. Boyle die Figur des gleichaltrigen Londoner Säufers Ned Rise, dessen „Kindheit derartig verwahrlost war, dass selbst ein Zola bei der Vorstellung erschauert wäre“ (Seite 53).

Da der Anstoß zur Wassermusik in erster Linie der Ästhetik, nicht der Gelehrsamkeit entsprang, habe ich den historischen Hintergrund aus der Freude und Faszination genutzt, die er mir bereitete, keinesfalls aber in dem Wunsch, die darin festgehaltenen Ereignisse genauestens zu rekonstruieren oder für die Roman zu bearbeiten. (Seite 9)

„Wassermusik“ gibt es auch als Hörbuch mit Michael Halbeck und Andreas Pietschmann (Regie: Leonhard Koppelmann, Der Hörverlag, München 2006, 310 Minuten).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007 / 2014
Textauszüge: © Rogner & Bernhard

Mungo Park (Kurzbiografie)

Tom Coraghessan Boyle (kurze Biografie / Bibliografie)
Tom Coraghessan Boyle: World’s End
Tom Coraghessan Boyle: Grün ist die Hoffnung
Tom Coraghessan Boyle: Willkommen in Wellville (Verfilmung 1994)
Tom Coraghessan Boyle: América
Tom Coraghessan Boyle: Riven Rock
Tom Coraghessan Boyle: Schluss mit cool
Tom Coraghessan Boyle: Zähne und Klauen
Tom Coraghessan Boyle: Talk Talk
Tom Coraghessan Boyle: Die Frauen
Tom Coraghessan Boyle: Das wilde Kind
Tom Coraghessan Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist
Tom Coraghessan Boyle: San Miguel
Tom Coraghessan Boyle: Hart auf hart
Tom Coraghessan Boyle: Die Terranauten

Florian Scheibe - Kollisionen
Florian Scheibe wechselt in dem Gesellschaftsroman "Kollisionen" immer wieder die Perspektive und schildert einzelne Szenen mitunter aus zwei verschiedenen, sich ergänzenden Blickwinkeln. Das ist reizvoll und betont die Spiegelungen, Parallelen und Gegensätze.
Kollisionen

Florian Scheibe

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