Ein (un)möglicher Härtefall

Ein (un)möglicher Härtefall

Ein (un)möglicher Härtefall

Ein (un)möglicher Härtefall - Originaltitel: Intolerable Cruelty - Regie: Joel Coen - Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen, Robert Ramsey, Matthew Stone, John Romano - Kamera: Roger Deakins - Schnitt: Schnitt: Joel und Ethan Coen, alias Roderick Jaynes - Musik: Carter Burwell - Darsteller: George Clooney, Catherine Zeta-Jones, Geoffrey Rush, Edward Herrmann, Billy Bob Thornton, Cedric The Entertainer, Richard Jenkins, Paul Adelstein, Julia Duffy, Jonathan Hadary, Tom Aldredge, Stacy Travis, Jack Kyle u.a. - 2003; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Miles Massey vertritt den steinreichen Unternehmer Rex Rexroth im Scheidungsprozess gegen dessen Frau Marilyn. Obwohl Marilyns Anwalt Beweise für Rexroths Untreue vorlegt, bekommt Marilyn keinen Cent, weil Massey das Gericht davon überzeugen kann, dass sie ihren Mann nur aus Geldgier und Berechnung geheiratet hat. – Für diese Niederlage will Marilyn sich an Miles Massey rächen ...
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Kritik

In "Ein (un)möglicher Härtefall" parodieren die Brüder Joel und Ethan Coen Hollywood-Klischees. Mit witzigen Ideen und überraschenden Wendungen haben sie eine recht vergnügliche Screwball-Komödie geschaffen.
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Der selbstverliebte, skrupellose Jurist Miles Massey (George Clooney) ist der Star unter den Scheidungsanwälten in Los Angeles, und seine Eheverträge gelten als unangreifbar.

Als der steinreiche Unternehmer Rex Rexroth (Edward Herrmann) seine Frau Marilyn (Catherine Zeta-Jones) betrügt, setzt sie den Privatdetektiv Gus Petch (Cedric the Entertainer) auf ihn an und beauftragt den Anwalt Freddy Bender (Richard Jenkins), die Scheidung zu betreiben. Da dem Gericht Videoaufnahmen vorgelegt werden, auf denen Rex Rexroth mit einer anderen Frau (Kristin Dattilo) in flagranti zu sehen ist, gibt es kaum einen Zweifel daran, dass Marilyn den Saal als reiche geschiedene Frau verlassen wird. Doch Miles Massey, der Rex Rexroth vertritt, ruft einen Überraschungszeugen auf: Heinz, Baron Krauss von Espy (Jonathan Hadary). Der war vor fünf Jahren, im Januar 1998, Portier in einem Schweizer Hotel und verkuppelte Marilyn auf deren Wunsch hin mit einem reichen, dummen Schürzenjäger: Rex Rexroth. Auf diese Weise gelingt es Miles, das Gericht zu überzeugen, dass Marilyn es von Anfang an nur auf das Geld ihres Mannes abgesehen hatte: Sie bekommt bei der Scheidung keinen Cent.

Einige Zeit später taucht Marilyn in Begleitung des texanischen Ölmilliardärs Howard D. Doyle (Billy Bob Thornton) bei Miles Massey in der Kanzlei auf. Die beiden wollen heiraten, und um ihren durch den Scheidungsprozess geschädigten Ruf wiederherzustellen, will Marilyn einen Ehevertrag abschließen, demzufolge sie im Fall einer Scheidung keinen Anspruch auf das Vermögen ihres Mannes hätte. Unter vier Augen warnt Miles die schöne Klientin, in die er sich längst verliebt hat, vor der Unterzeichnung des Ehevertrags, aber sie lässt sich nicht beirren.

Während der Hochzeitsfeier, zu der auch Miles eingeladen ist, steht der Bräutigam auf, zerreißt den Ehevertrag und schluckt einzelne Fetzen davon hinunter. Damit, so verkündet er, beweise er seiner Frau sein Vertrauen.

Ein halbes Jahr nach der Eheschließung fliegt Miles nach Las Vegas, um dort die Eröffnungsrede auf einem Kongress von Eherechtsanwälten zu halten. Zu seiner Überraschung ist auch Marilyn in Las Vegas und im selben Hotel. Sie habe sich inzwischen scheiden lassen, erzählt sie, und wegen des fehlenden Ehevertrags sei es selbst für einen mittelmäßigen Rechtsanwalt wie Freddy Bender ein Leichtes gewesen, ihr die Hälfte des Vermögens von Howard D. Doyle zu verschaffen. Bei einem gemeinsamen Abendessen gibt Marilyn zu, zwar reich, aber sehr einsam zu sein. Nachts ruft sie weinend bei Miles im Hotelzimmer an: Sie habe gerade erfahren, dass ihre beste Freundin, die reiche und einsame Sara Sorkin (Julia Duffy), sich das Leben genommen habe und erst nach zwei Tagen gefunden worden sei. Miles eilt zu Marilyn, um sie zu trösten – und fährt auf der Stelle mit ihr zu einer Schnellheirat in einer der Wedding Chapels. Um zu demonstrieren, dass es ihm nicht auf Marilyns Reichtum ankommt, schließt er einen Ehevertrag mit ihr. Aber Marilyn zerreißt das Dokument. Über diesen Liebesbeweis ist der ausgekochte Anwalt sehr gerührt.

Statt der vorbereiteten zynischen Rede erklärt Miles vom Rednerpult aus, er habe die wahre große Liebe gefunden. Ab jetzt will er keine reichen Klienten mehr vertreten, sondern unentgeltlich Menschen, die sich keinen Anwalt leisten können, zu ihrem Recht verhelfen.

Am selben Abend sieht er zufällig den vermeintlichen Howard D. Doyle im Fernsehen. Der Mann ist kein Ölmagnat, sondern ein Schauspieler! Er und Marilyn haben Miles hereingelegt. Marilyn besitzt also gar keine Milliarden, und weil sie den Ehevertrag zerriss, kann sie im Fall einer Scheidung die Hälfte seines Vermögens verlangen!

Marilyn gibt ohne weiteres zu, es genau darauf abgesehen zu haben. Auf diese Weise will sie sich für die Niederlage im Scheidungsprozess gegen Rex Rexroth rächen. Sie fliegt allein zurück nach Los Angeles und betreibt die Scheidung.

Wenn bekannt wird, dass Miles Massey sich hereinlegen ließ, wird auch seine Karriere beendet sein. Das bedeutet seinen Ruin und den der renommierten Kanzlei.

In dieser verzweifelten Lage bleibt ihm nichts anderes übrig, als einen Berufskiller auf Marilyn anzusetzen. Der Asthmatiker „Wheezy Joe“ (Irwin Keyes) ist bereit, den Auftrag zu übernehmen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Da erliegt Rex Rexroth in einem Bordell einem Herzinfarkt, und weil er sein Testament trotz der Scheidung nicht geändert hat, erbt Marilyn sein gewaltiges Vermögen. Nun würde also Miles im Fall einer Scheidung davon profitieren, dass Marilyn den Ehevertrag zerriss. Ihr Tod wäre kontraproduktiv! Eilig rast Miles los, um den Killer aufzuhalten und beschwört Marilyn telefonisch, auf der Stelle das Haus zu verlassen. Doch als er bei ihr eintrifft, ist „Wheezy Joe“ bereits da – und Marilyn hat ihm das doppelte Honorar dafür geboten, dass er nicht sie, sondern Miles erschießt. Miles sprüht ihm Tränengas ins Gesicht, das er bei sich hat, um gegebenenfalls Marilyns Rottweiler abwehren zu können. In dem Durcheinander verwechselt „Wheezy Joe“ seinen Inhalierapparat mit seiner Pistole und erschießt sich selbst. Für die Polizei sieht es später so aus, als habe sich ein Einbrecher das Leben genommen.

Marilyn erscheint in Begleitung ihres Anwalts Freddy Bender, um mit Miles über die Scheidung zu verhandeln, aber er möchte die Ehe mit ihr fortsetzen und bietet ihr einen Ehevertrag zu ihren Gunsten an. Zum Entsetzen von Freddy Bender zerreißt Marilyn das Papier und fällt Miles in die Arme.

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In „Ein (un)möglicher Härtefall“ parodieren die Brüder Joel und Ethan Coen Hollywood-Klischees. So haben sie nicht nur die Hauptrollen mit einem „Traumpaar“ (George Clooney, Catherine Zeta-Jones) besetzt, sondern auch vor die eigentliche Handlung einen bewusst kitschigen Vorspann gesetzt und eine Eröffnungsszene, in der ein erfolgreicher Fernsehserien-Produzent (Geoffrey Rush als Donavan Donaly) im Cabrio nach Hause fährt, einen Song von Simon & Garfunkel mitsingt – und dann seine Frau Bonnie (Stacey Travis) mit dem Pool-Klempner Ollie Olerud (Jack Kyle) erwischt („Olli’ll fix it“), obwohl auf dem Anwesen gar kein Swimmingpool ist. Mit witzigen Ideen und überraschenden Wendungen haben die Coen-Brüder eine recht vergnügliche Screwball-Komödie geschaffen.

Außer der Filmmusik von Carter Burwell sind die Songs „Suspicious Minds“ von Mark James und „Feels So Good“ von Chuck Mangione zu hören.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

Joel und Ethan Coen (Kurzbiografie / Filmografie)

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