Hanns-Josef Ortheil : Faustinas Küsse

Faustinas Küsse

Hanns-Josef Ortheil

Faustinas Küsse

Faustinas Küsse Luchterhand Literaturverlag, München 1998
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Ein aufgeweckter römischer Tagelöhner beobachtet, wie Johann Wolfgang von Goethe am 29. Oktober 1786 auf der Piazza del Popolo incognito aus einer Kutsche steigt. Der Fremde benimmt sich so seltsam, dass Giovanni beschließt, ihn zu beschatten und darüber der geheimen Administration des Heiligen Vaters zu berichten ...
Weiterlesen

Kritik

Unbekümmert über Fragen der Plausibilität erzählt Hanns-Josef Ortheil in "Faustinas Küsse" eine spielerisch-lockere, unterhaltsame Geschichte, die sich aus einer originellen Idee entwickelt.
Weiterlesen

Giovanni Beri ist 22 Jahre alt, fühlt sich durch und durch als Römer und könnte sich auch nie vorstellen, aus der ewigen Stadt wegzuziehen. Vor acht Jahren starb sein Vater. Seit sein jüngerer Bruder Roberto nach dem Tod der Mutter vor einem Jahr verschwand, lebt er allein in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Er war Bote bei der Familie Borghese, aber als man ihn mit einer entkorkten Flasche Piemonter im Keller erwischte, wurde er hinausgeworfen. Jetzt verdient er seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten.

Am 29. Oktober 1786 beobachtet er die Ankunft eines zwischen 35 und 40 Jahre alten Fremden, der auf der Piazza del Popolo aus einer Kutsche steigt.

Jetzt riss sich der Fremde den Überrock vom Leib, warf den Hut auf den kleinen Koffer, breitete die Arme aus und dehnte den ganzen Körper wie eine gespannte Feder. … Er durchmaß den weiten Platz mit großen Schritten, stemmte dann und wann die Hände in die Hüften, ging in die Hocke, drehte sich plötzlich nach allen Seiten und warf immer wieder die Arme in die Höhe, als wollte er die ganz fernen Abendwolken herbeilocken, zu seinem Auftritt tanzend zu wirbeln.

Es dauert eine ganze Weile, bis dieser wie ein Schauspieler sich gebärdende Herr den Wachbeamten Auskunft gibt. Er heiße Filippo Miller und sei ein Kunstmaler aus Deutschland. Giovanni bietet ihm seine Dienste an und fährt das Gepäck mit seinem Karren zur Locanda dell’orso, wo der Reisende ein Zimmer reserviert hat. Anschließend bringt er noch ein Briefchen des Deutschen zu Signore Tischbein, der am Corso gegenüber dem Palazzo Rondanini wohnt.

Giovanni kann nicht glauben, dass es sich bei dem Neuankömmling um einen Maler handelt. Der Kleidung nach ist es eher ein Advokat, Arzt oder Kaufmann. Und warum wohnt er nicht in einem Hotel an der Piazza di Spagna wie die anderen Fremden auch, sondern in einer Herberge am Tiber? Will er sich verstecken? Reist er etwa in geheimer Mission? Giovanni geht in eine Weinschänke bei der Kirche Il Gesù, von der er weiß, dass es sich um einen Treffpunkt von Spionen des Papstes Pius VI. handelt und erzählt einem hinter einer spanischen Wand verborgenen Pater von seinem Verdacht. Seine Hoffnung wird nicht enttäuscht: Der Pater beauftragt ihn, den verdächtigen Fremden weiter zu beobachten und darüber zu berichten.

Am nächsten Morgen zieht Filippo Miller in die Herberge, in der auch die Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Giorgio Zicci und Federico Bir wohnen und richtet sich in einem kleinen Zimmer in der ersten Etage ein. Es fällt Giovanni nicht leicht, den Fremden dort auszuspähen, denn die Wirtsleute — Serafino und Piera Collina mit ihrem Sohn Filippo — sind von frühmorgens bis spätabends auf den Beinen.

Er folgt Filippo Miller auf Schritt und Tritt. Einmal beobachtet er ihn, wie er während einer vom Heiligen Vater gelesenen Messe mit Tischbein tuschelt und kichert. Nach ein paar Minuten verlassen die beiden die Kirche. Wie alberne Kinder ahmen sie den Papst nach und verspotten ihn unter schallendem Gelächter. So viel Respektlosigkeit und Ungläubigkeit lässt Giovanni erschauern. Daran kann nur dieser Luther Schuld sein! Vor Gemälden und besonders vor einer Apoll-Statue bleiben die beiden Deutschen dagegen ehrfürchtig stehen.

So hastig wie andere Besucher aus dem Norden läuft Filippo Miller mit einem Stadtplan durch Rom. Diesen Menschen fehlt es an Lebensart, denkt Giovanni. Das sind keine Genießer; alles ist Arbeit für sie.

Kein Wein, kein Tabak, ganz zu schweigen von der Gegenwart schöner Frauen — der Fremde führte ein Knauser- und Hungerleben, enthaltsam und freudlos wie ein Mönch, der es übertrieb mit der Askese!

Giovanni hört sich um. Verschiedene Gerüchte kursieren über den Fremden. Die einen behaupten, es handele sich um einen Minister, andere sagen, er sei ein Dichter, und es gibt auch welche, die ihn für „etwas Geheimes“ halten, einen „Geheimnisrat oder dergleichen“.

Alldem konnte er keinen Glauben schenken. Ein Minister war der Fremde gewiss nicht, ein Minister hätte sich zu den großen Gesellschaften begeben, jeder Minister tat das. Ein Dichter war der Fremde erst recht nicht, denn die Dichter wussten das Leben zu schätzen und auch zu genießen, ihre Dichtung lebte ja meist nur von diesem Genuss. Ein Spion, vielleicht, ja, das war nicht auszuschließen. Diese Hast, diese ewige Neugierde, diese Enthaltsamkeit, das waren Züge, wie sie zu Agenten und Spionen passten, die nur ihre geheimen Ziele verfolgten und die Gegenwart der Anderen scheuten.

Da gibt es offenbar noch jemand, der Filippo Miller nachspioniert. Bei einer günstigen Gelegenheit bedroht Giovanni den vermeintlichen Konkurrenten mit einem Stilett, das er im leeren Zimmer seines Bruders fand. Der Ertappte stammelt, er sei ein Kurier des Sekretärs des kaiserlichen Gesandten in Rom und verrät Giovanni, dass es sich bei dem Gast aus Deutschland um einen Herrn namens von Goethe handelt, einen Dichter, Minister und Geheimen Rat im Dienst des Herzogs von Sachsen-Weimar. Da Herzog Karl August eine kaiserfeindliche Politik betreibe, werde dieser Goethe verdächtigt, heimlich Verbündete für seinen Landesherrn zu suchen.

Also hat sich Giovanni nicht geirrt: Der Fremde ist in geheimer Mission unterwegs. Das wird den Heiligen Vater interessieren!

Von Alberto, dem Sekretär und Bibliothekar der Familie Borghese, lässt er sich bestätigen, dass es sich bei Johann Wolfgang von Goethe um einen vor allem nördlich der Alpen berühmten Dichter handelt. Wenig später versammeln sich die vorwiegend älteren Herren des erlesenen Dichterzirkels der Arkadier in Rom, um Goethe in ihre Mitte aufzunehmen. Giovanni nimmt an der feierlichen Veranstaltung teil (fällt offenbar auch nicht weiter auf, obwohl er wie ein „Budenverkäufer“ gekleidet ist), und weil er am Ende keine Möglichkeit sieht, den Raum unbeobachtet zu verlassen, reiht er sich unter die Gratulanten ein und schüttelt Goethe die Hand.

Zu den Bekannten, mit denen sich Goethe regelmäßig trifft, zählt auch die aus der Schweiz stammende Kunstmalerin Angelica Kauffmann, die zwar erst 45 Jahre alt ist, aber von Giovanni für eine alte Frau gehalten wird. Mit dem preußischen Professor Karl Philipp Moritz sitzt der Dichter sogar täglich zusammen.

Eines Abends wartet Giovanni, bis Goethe zu Moritz geht. Dann schleicht er sich in Goethes Zimmer, in dem eine Kerze brennt. Aber er findet nichts, was auf eine politische Konspiration hinweist, sondern nur Büsten, Bücher, Briefe und Schachteln mit fauliger Erde und eingepflanzten Dattelkernen. Wenn Giovanni der geheimen Administration der Kirche die Wahrheit erzählt, wird man sich nicht länger für seine Dienste interessieren. Also muss er sich für seine Berichte verdächtige Beobachtungen ausdenken.

Goethe und Tischbein verreisen. Von Serafino Collina, dem er sein Stilett an die Kehle hält, erfährt Giovanni, dass die beiden einige Wochen in Neapel bleiben wollen. Für ihn gibt es in dieser Zeit nichts zu tun. Verurteilt, ein ereignisloses Leben zu führen, verfällt er in eine tiefe Depression, und er verlässt kaum noch seine Wohnung — bis ihn ein Briefchen in die Schenke bei Il Gesù ruft. Der Pater weiß bereits aus anderen Quellen, dass Goethe nach Neapel abgereist ist. Von dort tätigen Spionen hat man erfahren, dass Goethe nicht nur Kontakte zum neapolitanischen Hof knüpft, sondern auch den englischen Gesandten getroffen hat und eine Begegnung mit dem preußischen Gesandten vorbereitet. Das untermauert Giovannis falsche Berichte! Eine größere Geldsumme, die er von der Kirche bekommt, soll es ihm ermöglichen, sich neu einzukleiden und seine Wohnung für den Empfang vornehmer Besucher vorzubereiten.

Giovanni lernt noch besser deutsch und besorgt sich von Alberto die italienische Übersetzung eines Romans von Johann Wolfgang von Goethe: „Die Leiden des jungen Werther“. Bei der Lektüre wundert er sich über die deutschen Männer, die offenbar lieber heimlich leiden, als der Angebeteten frisch heraus ihre Liebe zu gestehen. Da sind die römischen Männer ganz anders! Giovanni beginnt zu ahnen, dass der Autor dieses Romans ebenso unglücklich wie Werther in eine verheiratete Frau verliebt ist — und er beschließt, Goethe zu heilen. Plötzlich begreift er, dass er von Anfang an die Freundschaft des Dichters gesucht hat.

Aus feinsten Stoffen lässt er sich elegante Anzüge schneidern. Zunächst macht er sich an Professor Moritz heran, gibt sich als der Zeichner und Maler Giovanni Rudolfo aus und behauptet, gerade aus Weimar zurückgekehrt zu sein. Als er dort — so lügt er weiter — Goethe aufsuchen und ihm seine Bewunderung ausdrücken wollte, erfuhr er, dass der große deutsche Dichter in Italien ist. Geschickt fragt Giovanni Goethes Vertrauten aus und lässt sich seinen Verdacht bestätigen, dass dieser Weimar wegen der Liebe zu einer verheirateten Frau überstürzt verließ. Schließlich deutet er an, der Dame in Weimar begegnet zu sein. Sie warte sehnsüchtig auf Goethes Rückkehr. Karl Philipp Moritz ist entsetzt: Das dürfe Goethe auf keinen Fall erfahren, denn er sei gerade auf dem besten Weg, die unglückliche Liebe zu vergessen. Unter der Bedingung, dass Giovanni weder von Weimar noch von der Dame spreche, ist der Professor bereit, ihn mit Goethe bekannt zu machen, sobald dieser nach Rom zurückgekehrt ist.

Einige Zeit später folgen Moritz und Goethe alias Filippo Miller einer Einladung und besuchen Giovanni in dessen inzwischen gut eingerichteten Wohnung. Um Goethe zu verkuppeln, ermuntert Giovanni das Nachbarmädchen Rosina, mit dem er schon als Kind spielte, vor dem Haus zu singen. Als Goethe, wie erwartet, auf den Gesang aufmerksam wird, stellt ihm der Gastgeber Rosina als seine Schwester vor. Nachdem es dunkel geworden ist, schlägt Giovanni vor, das geplante Feuerwerk vom Tiber aus anzusehen — und natürlich richtet er es so ein, dass Goethe mit Rosina in einer Barke allein ist. Sie verliebt sich sofort in ihn, aber er küsst sie lediglich auf die Fingerspitzen.

Nachdem Goethe und Tischbein sich überworfen haben und der Maler wieder nach Neapel abgereist ist, zieht der Dichter in das frei gewordene größere Eckzimmer. Um in seiner Nähe sein zu können, hilft Rosina der Familie Collina und macht sich in dem Gasthaus unentbehrlich.

Eines Abends beobachtet Giovanni, wie Goethe mit der Fähre ans andere Tiberufer übersetzt und sich in Trastevere unter die Tanzenden mischt. Da glaubt er sich schon fast am Ziel. Aber Rosina klagt nach einiger Zeit:

„Ich habe Wochen und Monate nur auf ihn gewartet, ich habe alles getan, ihm zu gefallen, doch dieser Mensch ist es nicht wert. Er zieht alle an sich, alle dürfen sich mühen, ihm behilflich zu sein, doch er widmet sich den Anderen immer nur kurz, als müsste er haushalten mit seinen Stunden. In all den vielen Wochen hat er mich nicht einmal umarmt und nicht einmal geküsst! Kannst du so etwas verstehen? Dabei schaut er einen manchmal so an, als müsste er sich beherrschen, einem nicht die Kleider vom Leibe zu reißen. Doch wenn man sich ihm dann nähert, dreht er sich fort oder nestelt an seinen Fingernägeln herum, als müsste er sich auf andere Gedanken bringen. Giovanni, ich sage dir, er kann nicht lieben! Er sammelt die Menschen wie Früchte zu einem guten Dessert, er garniert sie zu Runden, jeder darf etwas beitragen, ihn bei Laune zu halten!“

Rosina gibt „Filippo“ auf, wird die Geliebte des Malers Federico Bir und zieht zu ihm in die Malerkolonie am Corso, wo auch der deutsche Dichter wohnt.

Goethe und Giovanni treffen sich häufiger und duzen sich schließlich. Einmal verfolgt Giovanni seinen Freund auf den Palatin und beobachtet, wie er ein Manuskript zerreißt. Er setzt sich neben ihn und klopft ihm auf die Schulter. Dann geht er mit ihm in eine Osteria. Dort werden sie von der jungen, schönen Witwe Faustina bedient, der Tochter des Wirts und Mutter eines kleinen Sohnes — aber Giovanni verrät Goethe nicht, dass Faustina seine Geliebte ist.

In dieser Nacht wartet er vergeblich auf sie.

Am anderen Morgen verrät ihm Rosina, der Dichter habe die Nacht mit einer Frau in seinem Zimmer verbracht. Die beiden flüsterten und lachten bis zum Morgen und zwischendurch knarrte das Bett. Argwöhnisch eilt Giovanni in die Osteria und stellt Faustina zur Rede. Sie leugnet zuerst. Dann aber sagt sie:

„Hör auf, Giovanni! Rede nicht so mit mir! Was bildest du dir ein, wer du bist?! Mein Richter?! Giovanni Beri mein Richter?! Spielst du Theater?! Bist du nicht bei Verstand?! Ja, ich habe Filippo begleitet, ja, ich war mit ihm zusammen, die ganze Nacht, ja, wir haben uns geliebt, ja, ja, ja! Und was geht das dich an? Sind wir verheiratet, eh?! Bist du der Mann, der mich ernährt, eh?! Nichts bist du, du bist mein Liebhaber, und nun habe ich davon sogar zwei …, wen geht das was an?!“

Während Giovanni von Eifersucht zerfressen wird, ist Goethe alias Filippo Miller „beinahe närrisch gut gelaunt“. In einem seiner Berichte behauptet Giovanni, Goethe feiere Feste ohne Unterlass und dabei komme es nicht selten zu „Exzessen, die der guten Sitte und dem frommen Geist Roms zuwider sind“. Aber er hofft vergeblich, dass der Heilige Vater den deutschen Dichter in die Schranken weist.

Im Karneval zieht Goethe seine Reisekleider an, und Giovanni verkleidet sich als Maler, aber einer plötzlichen Laune folgend, vertauschen sie ihre Kostümierung.

Als Giovanni wieder einmal an dem Gasthaus am Corso vorbeikommt, stehen Goethe und Faustina eng umschlungen am Fenster.

Ecco! Jetzt war er der Zuschauer! Jetzt stand er, Giovanni Beri, Römer von Geburt, als Fremder vor der Haustür dieses zum Römer gewordenen Fremden und erlebte seine Niederlage, das Ende all seiner Anstrengungen.

Giovanni kommt sich wie Werther vor. Aber er ist nicht Werther! Drohungen ausstoßend und mit dem Stilett in der Faust tobt er durch die Straßen — bis ihn Passanten überwältigen.

In seiner Wohnung wird er von seinem verschollenen Bruder Roberto erwartet. Erst jetzt merkt er, dass es sich bei dem hinter der spanischen Wand in der Schenke bei der Kirche Il Gesù verborgenen Pater um niemand anderen als seinen Bruder handelte. Roberto, der dem „innersten Zirkel der geheimen Administration“ angehört, hat Giovannis Lügen längst durchschaut, sich aber die ganze Zeit für ihn eingesetzt. Durch die Nachrichten aus Neapel und abgefangene Briefe, die Filippo Collina für Goethe nach Weimar bringen sollte erhärtete sich der Verdacht, dass der sächsische Minister einen Geheimauftrag erfüllte. Damit die Kurie Giovanni auch weiterhin vertraut und bezahlt, soll er sofort einen weiteren Bericht schreiben und darin Goethes Abreise ankündigen.

Tatsächlich packt Goethe die Koffer. Faustina soll nichts davon erfahren. Er übergibt Giovanni ein großzügiges Geldgeschenk für sie und bittet ihn, es nach seiner Abreise zu übergeben. Aber Giovanni beschließt, das Geld selbst zu behalten.

Nachdem Goethe die Rückreise nach Weimar angetreten hat, geht auch Giovanni vor die Tore Roms hinaus. Weil er Goethes Mantel und Reisehut trägt, wird er in einer Osteria für einen Fremden gehalten, und ein Fuhrmann bietet sich an, ihn nach Rom zu bringen. Als ihn die Wachbeamten auf der Piazza del Popola nach seinem Namen fragen, sagt er: „Ich ‚eisse Miller, Filippo Miller. Ich bin ein Maler aus Deutschland.“ Und auf die Frage, wo er wohnen werde: „In der Locanda dell’orso.“

nach oben

In der Nacht zum 3. September 1786 machte sich Johann Wolfgang von Goethe heimlich davon, um sich der Arbeitsbelastung und der unglücklichen Liebe zu der verheirateten Charlotte von Stein zu entziehen. Er reiste von Karlsbad nach Rom und unternahm von dort im Jahr darauf einen längeren Ausflug nach Neapel und Palermo. „Wiedergeboren“ kehrte er am 18. Juni 1788 nach Weimar zurück.

Hanns-Josef Ortheil hat sich ausgemalt, wie Goethe in Rom von seinem Liebeskummer geheilt wurde. Aus dieser originellen Idee entwickelt er eine spielerisch-lockere, unterhaltsame Geschichte, die er in dem Roman „Faustinas Küsse“ unbekümmert über historische Fakten und Fragen der Plausibilität erzählt.

Hanns-Josef Ortheil (*1951) studierte Musik, Literatur und Philosophie und arbeitete ab 1970 als Film- und Musikkritiker. 1979 legte er seinen Debütroman „Fermer“ vor. „Faustinas Küsse“ gehört wie „Im Licht der Lagune“ und „Die Nacht des Don Juan“ zu einer in Rom, Venedig und Prag spielenden Romantrilogie über Lesen, Sehen und Hören, Schreiben, Malen und Musik.

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002
Textauszüge: © Luchterhand Literaturverlag

Johann Wolfgang von Goethe (Kurzbiografie)

Hanns-Josef Ortheil (Kurzbiografie)
Hanns-Josef Ortheil: Agenten
Hanns-Josef Ortheil: Die Berlinreise
Hanns-Josef Ortheil: Der Stift und das Papier

T. C. Boyle - Hart auf hart
Vordergründig handelt es sich bei "Hart auf hart" um einen spannen­den Thriller. Aber es steckt sehr viel mehr dahinter, und der Roman ist meisterhaft aufgebaut. Temporeich und mit großer Fabulierlaune entwickelt T. C. Boyle die tragikomische Geschichte.

Hart auf hart

T. C. Boyle

Hart auf hart

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.

Alte Homepage: