Jules Verne : In 80 Tagen um die Welt

In 80 Tagen um die Welt
Originalausgabe: Le tour du monde en quatre-vingts jours Pierre-Jules Hetzel, Paris 1873 Deutschsprachige Ausgaben unter den Titeln: In 80 Tagen um die Welt, In achtzig Tagen um die Welt, Reise um die Welt in 80 Tagen, Reise um die Erde in achtzig Tagen, Reise um die Erde in 80 Tagen, In 80 Tagen um die Erde
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Der reiche, exzentrische Engländer Phileas Fogg wettet am 2. Oktober 1872 in seinem Club in London, die Welt in achtzig Tagen umrunden zu können. Er bricht sofort mit seinem neuen Diener auf, doch aufgrund der überstürzten Abreise gerät er in den Verdacht, der Bankräuber zu sein, der gerade 55 000 Pfund Sterling erbeutet hatte, und ein eifriger Detective heftet sich an seine Fersen ...
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Kritik

Die Originalausgabe des spannenden Abenteuer und Reiseromans "In 80 Tagen um die Welt" erschien 1873 bei Pierre-Jules Hetzel in Paris unter dem Titel "Le tour du monde en quatre-vingts jours".
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Phileas Fogg ist ein reicher, exzentrischer Engländer der Upper Class, der seine Tage vorwiegend in einem exklusiven Club in London verbringt. Am 2. Oktober 1872 kommt das Gespräch beim Whistspiel im Club auf einen Bankräuber, der 55 000 Pfund Sterling erbeutet hat. Die Chance, den erfolgreichen Einbrecher zu fassen, sei sehr gering, meint jemand, weil die Erde groß ist. Da wettet Phileas Fogg 20 000 Pfund, dass es ihm mit Hilfe der modernen Verkehrsmittel gelingen wird, in achtzig Tagen um die Welt zu reisen. 20 000 Pfund sind die Hälfte seines Vermögens. Die andere Hälfte benötigt Fogg für die Durchführung der Weltreise. Falls er die Wette verliert, wird er finanziell ruiniert sein.

Fogg bricht sofort auf, und der französische Diener Jean Passepartout, den er erst an diesem Morgen eingestellt hat, muss ihn begleiten. Wegen der überstürzten Abreise gerät Fogg in den Verdacht, der gesuchte Bankräuber zu sein, und Fix, ein eifriger Detective von Scotland Yard, heftet sich an seine Fersen. Die Wette hält Fix für ein Täuschungsmanöver.

Per Eisenbahn, Postdampfer, Frachter, im Boot und auf Elefantenrücken eilen Fogg und Passepartout um die Welt: London – Brindisi – Suez – Aden – Bombay – Allahabad.

In Indien retten sie die junge Witwe eines Rajahs vor dem Scheiterhaufen, obwohl sie durch ihr Eingreifen zwei Tage Zeit verlieren, und ihr Leben riskieren. Sie fliehen mit Auda – so heißt die Fürstin – nach Kalkutta und wollen sie über Singapur zu einem Verwandten in Hongkong bringen. Als sich in Hongkong herausstellt, dass der Verwandte inzwischen nach Amsterdam gezogen ist, lädt Phileas Fogg die schöne junge Frau ein, ihn auf dem Rest der Weltreise zu begleiten und sie geht gern darauf ein.

Shanghai – Yokohama – San Francisco – New York – Dublin. Trotz einiger weiterer Abenteuer und Schwierigkeiten erreicht die Reisegruppe am achtzigsten Reisetag Liverpool. Von dort sind es nur noch sechs Stunden bis zum Ziel. 42 700 Kilometer hat Phileas Fogg bereits zurückgelegt. Die Wette ist so gut wie gewonnen! Aber in Liverpool hält Detective Fix den Zeitpunkt für gekommen, Fogg zu verhaften. Der vermeintliche Bankräuber wird im den Wachtraum des Zollhauses eingesperrt. Nach ein paar Stunden stellt sich heraus, dass der tatsächliche Bankräuber James Strand bereits vor drei Tagen in Edinburgh festgenommen wurde, und Fix lässt Fogg mit Auda und Passepartout weiterfahren. Aufgrund des erzwungenen Aufenthalts in Liverpool trifft der Gentleman allerdings erst am einundachtzigsten Reisetag in London ein und glaubt, die Wette verloren zu haben. Er tröstet sich damit, dass er sich mit Auda vermählen wird: Passepartout soll gleich zum Pfarrer laufen und die Hochzeit für den nächsten Tag anberaumen.

Drei Sekunden vor Ablauf der Achtzig-Tage-Frist erscheint Phileas Fogg im Club. Was war geschehen? Beim Pfarrer erfuhr Passepartout im letzten Augenblick, dass nicht Sonntag, sondern erst Samstag war: Durch die Umrundung der Erde in östlicher Richtung haben Fogg und er nämlich einen Tag gewonnen! Während für sie die Sonne seit dem 2. Oktober einachtzig Mal aufging, erlebten die Menschen in London nur achtzig Sonnenaufgänge.

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Die Originalausgabe des spannenden Abenteuer- und Reiseromans „In 80 Tagen um die Welt“ erschien 1873 unter dem Titel „Le tour du monde en quatre-vingts jours“ bei Pierre-Jules Hetzel in Paris, und zwar in der Buchreihe „Voyages extraordinaires“.

Der ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh ahmte die Weltreise von Phileas Fogg nach: Vom 14. Juni bis 1. September 2003 reiste er von London um die Welt zurück zum Ausgangspunkt. Auf die Benützung von Flugzeugen verzichtete er dabei. Anders als dem reichen Engländer in Jules Vernes Roman „In 80 Tagen um die Welt“ stand ihm kein Vermögen zur Verfügung, sondern er besaß lediglich zwei vom ZDF im Voraus bezahlte Schiffspassagen; das Geld für die restlichen Kosten der Weltreise musste er sich unterwegs selbst verdienen. Touristen, die Dara Hassanzadeh begegneten, konnten ihn auf seiner Reise unterstützen oder ihn dabei behindern. Phileas Fogg wurde ja auch von Detective Fix verfolgt. – Weil Dara Hassanzadeh Brindisi einen Tag später als vorgesehen erreichte und das Schiff durch den Suezkanal versäumte, wich er von Foggs Route ab und wählte den Landweg durch Anatolien und den Iran nach Indien. Von dort reiste er über Tibet nach China. Vom 5. bis 15. August dauerte die Überfahrt auf einem Frachter von Yokohama nach Los Angeles. Nach der Überquerung des amerikanischen Kontinents fuhr er nicht nach Irland, wie Phileas Fogg, sondern nach Antwerpen, und dort stieg er am 1. September rechtzeitig in den Schnellzug nach London.

Mit einem damals ungewöhnlichen Aufwand verfilmte Michael Anderson den Roman „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne. Der Film wurde mit fünf „Oscars“ ausgezeichnet: Film, Drehbuch, Kamera, Schnitt und Musik.

In achtzig Tagen um die Welt – Originaltitel: Around the World in 80 Days – Regie: Michael Anderson – Drehbuch: S. J. Perelman, John Farrow und James Poe, nach dem Roman „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne – Kamera: Lionel Lindon – Darsteller: David Niven, Cantinflas, Finlay Currie, Robert Morley, John Gielgud, Shirley MacLaine, Charles Boyer, Charles Coburn, Marlene Dietrich, Fernandel, Trevor Howard, Buster Keaton, Peter Lorre, Frank Sinatra, Martine Carol, Luis Miguel Dominguín u. a. – 1956; 170 Minuten

Frank Coraci verfilmte den Roman zwar auch unter dem Titel „In 80 Tagen um die Welt“, aber seine Version stimmt mit der literarischen Vorlage eigentlich nur in der Reiseroute überein: Beispielsweise ist Foggs Diener im Film ein Chinese und obendrein der gesuchte Bankräuber.

In 80 Tagen um die Welt – Originaltitel: Around the World in 80 Days – Regie: Frank Coraci – Drehbuch: David N. Titcher, David Benullo und David A. Goldstein, nach dem Roman „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne – Kamera: Phil Meheux – Schnitt: Tom Lewis – Musik: Trevor Jones – Darsteller: Jackie Chan, Steve Coogan, Cecile De France, Jim Broadbent, Kathy Bates, Arnold Schwarzenegger, John Cleese, Owen Wilson, Ian McNeice, Luke Wilson, Rob Schneider u. a. – 2004; 120 Minuten

 

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

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