Stefan Aust : Der Baader-Meinhof-Komplex

Der Baader-Meinhof-Komplex

Stefan Aust

Der Baader-Meinhof-Komplex

Der Baader-Meinhof-Komplex Hoffmann und Campe, Hamburg 1985 Taschenbuch: Droemer Knaur, München 1989 ISBN 3-426-03874-9, 592 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Als Reaktion auf die große Koalition in Bonn bildete sich 1967/68 die APO, die durch die Tötung des Demonstranten Benno Ohnesorg und das Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke radikalisierte. In der Nacht zum 3. April 1968 brannten zwei Frankfurter Kaufhäuser. Die Befreiung des Brandstifters Andreas Baader aus der Haft am 14. Mai 1970 gilt als Geburtsstunde der RAF ...
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Kritik

"Der Baader-Meinhof-Komplex" gilt bis heute als Standardwerk über die Entstehung der RAF und die Entwicklung bis zum "heißen Herbst" 1977. Stefan Aust schreibt kenntnisreich, spannend und leicht verständlich, nicht als Ankläger oder Verteidiger, sondern wie ein journalistischer Berichterstatter.

Stefan Aust (*1946) berichtet über die Entstehung und Entwicklung der RAF („Baader-Meinhof-Bande“) von 1970 bis zum „heißen Herbst“ 1977. „Es waren sieben Jahre, die die Republik veränderten.“ (Stefan Aust)

Der spätere „Spiegel“-Chefredakteur (ab 1994) begann seine journalistische Karriere als Kollege Ulrike Meinhofs bei „konkret“ und kannte viele maßgebliche APO-Leute. Als Ulrike Meinhofs Töchter Regine und Bettina von Sizilien aus in ein palästinensisches Waisenlager gebracht werden sollten, machte er sie im letzten Augenblick ausfindig und brachte sie zu ihrem Vater Klaus Rainer Röhl. Neben eigenen Erlebnissen und Beobachtungen verarbeitet Stefan Aust in diesem Buch Interviews, RAF-Schriften und Polizei- bzw. Gerichtsakten. „Der Baader-Meinhof-Komplex“ erschien 1985. Stasi-Akten, die nach der Wiedervereinigung verfügbar wurden, berücksichtigte er bei der Überarbeitung für eine Neuauflage im Jahr 1997.

Besonders ausführlich befasst Stefan Aust sich in der zweiten Hälfte des Buches mit dem Prozess in Stammheim (Mai 1975 bis April 1977) und dem „heißen Herbst“ 1977.

Stefan Aust beschränkt sich nicht darauf, die Chronologie der Ereignisse kenntnisreich wiederzugeben, sondern er versucht darüber hinaus, die Akteure auf beiden Seiten zu verstehen, gewissermaßen ein „Psychogramm“ der Terroristen und der staatlichen Entscheidungsträger zu erstellen. Dabei bringt er auch Versäumnisse und bedenkliche Reaktionen

auf Seiten der politischen Führung, der Justiz und der Polizei zur Sprache.

„Dieses Buch ist keine Anklageschrift und nicht das Plädoyer eines Verteidigers“, schreibt Stefan Aust. „Wertungen habe ich möglichst vermieden.“ Tatsächlich nimmt er mehr die Position eines journalistischen Berichterstatters ein, der weder idealisiert noch moralisiert. Es gelingt ihm, die komplexe Entwicklung ebenso leicht verständlich wie spannend darzustellen.

Leider gibt es weder Register, noch Zeittafel oder Quellenverzeichnis.

„Der Baader-Meinhof-Komplex“ gilt bis heute als Standardwerk über die (erste Generation der) RAF. Bernd Eichinger erwarb die Filmrechte daran. Die Dreharbeiten fanden 2007 unter der Regie von Uli Edel statt. Der Film „Der Baader Meinhof Komplex“ kam am 25. September 2008 ins Kino.

Überarbeitete und aktualisierte Neuausgabe: Hoffmann und Campe, Hamburg 2008, 894 Seiten, ISBN: 978-3-455-50029-5, 26 €.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003/2008

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