Joyce Carol Oates : Schwarzes Wasser

Schwarzes Wasser

Joyce Carol Oates

Schwarzes Wasser

Originalausgabe: Black Water E. P. Dutton, New York 1992 Schwarzes Wasser Übersetzung: Rüdiger Hipp Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1993 ISBN: 3-421-06631-0,142 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Die 26-jährige Journalistin Kelly Kelleher lernt bei einer Party am 4. Juli 1990 auf einer kleinen Insel einen US-Senator kennen. Spätabends küsst er sie und überredet sie, mit ihm in das für ihn auf dem Festland reservierte Hotelzimmer zu kommen. Auf dem Weg zur Fähre verliert er die Kontrolle über seinen Leihwagen, und sie stürzen ins Wasser. Während sich der Senator aus dem Wrack befreien kann, bleibt Kelly eingeklemmt, schwer verletzt und hilflos zurück ...
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Kritik

Bereits im ersten Absatz umreißt Joyce Carol Oates die Handlung. Dann versetzt sie sich immer intensiver in die Lage der sterbenden Protagonistin. "Schwarzes Wasser" ist ein bestürzender, literarisch anspruchsvoller Roman.
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Vor lauter Ungeduld und Ausgelassenheit fuhr der Senator den gemieteten Toyota auf der unbefestigten, namenlosen Straße so schnell, dass dieser mit einem atemberaubenden Schlingern durch die Kurven schleuderte. Und dann kam der Wagen unversehens von der Fahrbahn ab; er stürzte hinunter in schwarzes, braunes Wasser und ging, zur Beifahrerseite geneigt, rasch unter.
Werde ich sterben? – So? (Seite 8)

So beginnt Joyce Carol Oates ihren Roman „Schwarzes Wasser“.

Die sechsundzwanzigjährige Journalistin Elizabeth Anne Kelleher, die von ihren Freunden „Kelly“ genannt wird, stammt aus Gowanda Heights in Westchester County, New York. Ihre konservativen, republikanisch wählenden Eltern Arthur („Artie“) und Madelyn leben dort nach wie vor. Vor der Einschulung hatte der Vater sie ins Beth Israel Hospital in New York City gebracht, wo sie wegen eines angeborenen Strabismus am linken Auge operiert worden war. Ihr Amerikanistik-Studium an der Brown University schloss sie vor fünf Jahren ab. Inzwischen schreibt Kelly für den „Citizens‘ Inquiry“ und setzt sich unter anderem für die Abschaffung der Todesstrafe ein. Ihre bisher einzige feste Bindung scheiterte vor wenigen Wochen, im Juni 1990. Seither war sie mit keinem Mann mehr zusammen.

Den Independence Day 1990 verbringt Kelly auf Grayling Island, Maine. Dort besitzen die in Old Lyme, Connecticut, wohnenden Eltern ihrer gleichaltrigen Freundin Buffy St. John ein Ferienhaus am Strand. Buffy, die sich mit Kelly an der Brown University ein Zimmer teilte und ebenfalls als Journalistin tätig ist, hat auch noch andere Freunde eingeladen. Sie feiern zusammen eine fröhliche Party. Zur Überraschung aller kommt am frühen Nachmittag auch ein mit dem Rechtsanwalt Ray Annick, Buffys Lover, befreundeter Senator. Die beiden Männer waren zusammen zur Schule gegangen.

Bei der Nominierung zur Präsidentschaftswahl vor zwei Jahren galt der Senator zunächst als einer der drei Spitzenkandidaten der Demokratischen Partei, aber er ließ sich nicht aufstellen, sondern empfahl seinen Parteifreunden, Michael Dukakis, den Gouverneur von Massachusetts, ins Rennen zu schicken. Das war ein kluger Schachzug, denn die Demokraten hatten 1988 keine Chance, gegen den Republikaner George Bush zu gewinnen, und der Senator, der elf Jahre jünger als Präsident Bush ist, wartet nun auf einen günstigeren Zeitpunkt.

Kelly sieht den Senator an diesem Nachmittag zum ersten Mal.

Er war ganz anders, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Er erwies sich als ein sehr warmherziger, wirklich netter Mensch, der überhaupt nicht herablassend war […] wirklich warmherzig und freundlich. Mit echtem Interesse für andere Menschen. Und zweifellos intelligent. (Seite 75 / Seite 80)

Erst nachdem sie sich bereits eine Weile unterhalten haben, erzählt Kelly dem Senator, dass sie ihre Abschlussarbeit über ihn schrieb: „Von Jefferson geprägter Idealismus und ‚New Deal‘-Pragmatismus: Liberale Strategien in der Krise“. Am Strand küsst der Sensator sie plötzlich, aber nicht unerwartet.

Sie spürte, wie sich Verlangen regte, doch es war nicht ihr Verlangen, sondern das des Mannes. So wie Kelly Kelleher seit ihrer Mädchenzeit beim Küssen kein eigenes Verlangen empfunden hatte, sondern nur das Begehren des Mannes; es kam mit der Schnelligkeit und der Wucht eines Elektroschocks.
Als sie wieder Atem holen konnte, spürte sie auch, wie sich altbekannte Ängste und Schuldgefühle ausbreiteten: Ich habe dich dazu gebracht, dass du mich begehrst, und jetzt darf ich nicht nein sagen.
Aus nächster Nähe erkannte Kelly, dass der Senator gar nicht so gut aussah, dass er vielleicht nicht einmal gesund war; er hatte eine stark gerötete, fleckige Haut und geplatzte Äderchen an der Nase und an den Wangen. Seine Pupillen zeigten ein klares Blau, doch die Lider waren etwas geschwollen, und die großen, hervortretenden Augäpfel waren rötlich gefärbt. Er schwitzte und atmete schwer, als ob er gerannt wäre und keine Kondition mehr hätte. (Seite 105)

Der Senator ließ sich auf dem Festland, in einem Motel in Boothbay Harbor, Maine, ein Zimmer reservieren. Sie verlassen die Party vorzeitig und rasen mit seinem Leihwagen zur Fähre, mit der sie von Brockden’s Landing nach Boothbay Harbor übersetzen wollen. Der Senator hat vorgeschlagen, das Abendessen in seinem Motelzimmer einzunehmen, denn er ist verheiratet, und es wäre zu riskant für ihn, sich mit seiner jungen Begleiterin in einem Restaurant sehen zu lassen. Die 19.30-Uhr-Fähre verpassten sie zwar, aber der Senator hat sich in den Kopf gesetzt, die 20.20-Uhr-Fähre zu erreichen. Obwohl er so schnell fährt, dass der Wagen nur schwer zu kontrollieren ist, trinkt er während der Fahrt Wodka Tonic. Kelly ist dagegen völlig nüchtern. Eigentlich soll sie ihn beim Vornamen nennen, aber sie sagt gegen 20.15 Uhr:

„Ich glaube, wir haben den Weg verloren, Senator.“ (Seite 59)

Der Senator fährt jedoch unbekümmert weiter und meint, auf der kleinen Insel könne man sich gar nicht verirren. Andere Fahrzeuge sind keine zu sehen.

Gleich darauf flog das Auto von der Straße. (Seite 60)

Und wie bei einem defekten Film, in dem es zu zucken beginnt wie beim Schluckauf und das Bild durchläuft, flog die Straße plötzlich, so unbegreiflich plötzlich, unter dem dahinrasenden Auto weg, und sie kämpften um ihr Leben, tauchten in schwarzes Wasser ein, das auf die Wndschutzscheibe klatschte und eindringen wollte […]
Werde ich sterben? – So? (Seite 10)

Und dann kam das Auto unversehens von der Straße ab, schlitterte seitwärts und begann sich zu drehen, wobei sich das rechte Hinterrad vorwärts und das linke Vorderrad rückwärts bewegte. Kaum war die Leitplanke aus dem Dunkel aufgetaucht, da zerbarst sie auch schon; meterhohe, besenartige Blütenstände tragende Binsen klatschten kreischend an die Fenster, Glas zersprang, spinnwebartig, Erschütterungen wie bei einem Erdbeben, dann war der Wagen im Wasser. Einen seichten Bach, einen Graben hätte man da vermutet; man hätte annehmen dürfen, dass das Auto nur steckenbleiben und nicht untergehen würde. Doch nun schwappte schwarzes, schäumendes Wasser über die zerbeulte Motorhaube, über die Windschutzscheibe und das Dach, das auf der Beifahrerseite stark eingedrückt war […] (Seite 34)

Und was hielt sie jetzt fest? Ein Band? Gurte um ihre Brust und ihre Hüften? Hatte sich ihr linker Arm in einem dieser Gurte verheddert? Mit der Stirn war sie gegen etwas geprallt, das sie nicht gesehen hatte; es war stockfinster, sie blinzelte, verdrehte die Augen, um besser sehen zu können, sie nahm nichts wahr. In den Ohren ein Dröhnen wie von einem Düsenflugzeug und eine Männerstimme mit dem fassungslosen „O Gott. O Gott. O Gott.“
Das war sie und niemand anderes, sie war die Beifahrerin, sie war es, die von den Sicherheitsgurten festgehalten wurde; nein, das lag an der verbogenen Tür und an dem eingedrückten Dach. Hatte sie den Kopf nach unten? War sie nach rechts gedrückt worden? Wo war denn oben und unten? In welcher Richtung ging es aufwärts? Und wo war die Luft? […] Wer würde denn auf diese Art sterben wollen, in schmutzig-trübem schwarzem Wasser, zusammen mit einem Fremden, doch ihr rechtes Bein war eingeklemmt, steckte fest wie in einer Klammer, ihre Kniescheibe war eingedrückt worden […] (Seite 44)

Sie hörte ihn „Hoppla!“ rufen, als das Auto seitwärts rutschte und gegen eine Leitplanke prallte, als sich der rechte hintere Teil des Wagens nach vorn drehte wie bei einer gruseligen Vergnügungsfahrt und ihr Kopf gegen das Seitenfenster krachte und ein roter Nebel an ihren Augen vorbeizuckte, doch sie konnte nicht genug Atem holen für einen Aufschrei, als sie in hohem Tempo einen kurzen, aber steilen Abhang hinunterstürzten, wobei am Auto ein wütendes Stakkato von Klopfgeräuschen entstand wie von zerbrechenden dürren Ästen. Und Kelly konnte immer noch nicht genug Atem holen, um zu schreien, als der Wagen in etwas eintauchte, das wie eine Grube aussah, ein Teich, ein seichter Tümpel in dem Sumpfland, als schwarzes, brausendes Wasser überall hereindrängte und sie von ihm nach unten gezogen wurden, als der Wagen seitlich absank und sie nichts mehr sah. Der Senator fiel auf sie, ihre Köpfe stießen zusammen, doch wie lange sie sich abmühten, benommen, verzweifelt, entsetzt über dieses Geschehen, das sie nicht kontrollieren, geschweige denn begreifen konnten, bei dem Kelly nur noch denken konnte: Das darf doch nicht wahr sein! Werde ich sterben? So? […] (Seite 60f)

Kelly bemerkt, dass sich die Fahrerseite des Autos über ihrem Kopf befindet und sieht, wie der Senator die Türe aufbricht und sich hinauszwängt.

Sie setzte alles daran, dem Wasser zu entrinnen, sie klammerte sich an den muskulösen Unterarm des Mannes, auch als dieser sie wegschob, sie umklammerte sein Hosenbein, seinen Fuß, den schweren, in einem Segeltuchschuh mit Kreppsohle steckenden Fuß; mit diesem drückte er sie nieder, mit diesem traf er sie am Kopf, an der linken Schläfe, sodass sie aufschrie vor Schmerz und verzweifelt, mit den Fingernägeln kratzend, nach seinem Bein griff, dann nach seinem Knöchel, seinem Fuß, seinem Schuh, dem Segeltuchschuh mit der Kreppsohle, der sich dann löste und in ihrer Hand blieb, auf einmal war sie allein […] (Seite 62)

Als Kelly wieder zu sich kommt, versucht sie sich zu orientieren.

Ein Auto war es, in dem sie festsaß; irgendwie war sie auf dem Vordersitz eines Autos eingeklemmt worden, sie hatte sehr wenig Platz, weil das Dach und das Armaturenbrett und die Seitentür eingedrückt waren und ihre Beine und ihre rechte Kniescheibe einklemmten, sodass sie festsaß wie in einem Schraubstock. Auf der rechten Seite waren ihre Rippen gebrochen […] (Seite 68)

Ihre linke Schulter war anscheinend gebrochen, doch darüber wollte sie sich jetzt keine Gedanken machen, denn im Krankenhaus würde man sich schon um sie kümmern. (Seite 69)

Sie weiß, dass ihr die Luftblase in dem Auto allenfalls ein paar Stunden lang das Überleben ermöglicht, und es graut ihr vor der Vorstellung, wie das schmutzige schwarze Wasser Mund und Nase umspült. Weil sie weiß, dass sie nicht unnötig Sauerstoff verbrauchen darf, schreit und schluchzt sie nicht. Sie ist ohnehin davon überzeugt, dass der Senator unterwegs ist, um Hilfe für sie zu holen.

Er war fort, aber er würde zurückkommen, um sie zu retten.
Er war fort, weil er an Land geschwommen war, um Hilfe zu holen. (Seite 64)

Ein Krankenwagen würde kommen. (Seite 88)

Wie damals, als sie sechzehn war und sterben wollte, weil der Junge, von dem sie sich hatte deflorieren lassen, sich von ihr abwandte, ist ihre Mutter bei ihr und tröstet sie. Sie erinnert sich an ihre Schulfreundin Lisa, die aus Liebeskummer sechsunddreißig Schlaftabletten geschluckt hatte und in ihrem Beisein zusammenbrach. Im Krankenhaus wurde Lisa der Magen ausgepumpt, und sie erholte sich bald wieder von dem Suizidversuch. Kelly wird das hier auch überstehen. Mit großer Anstrengung gelingt es ihr, das eingeklemmte Knie frei zu kriegen. Aber was ist mit ihrem rechten Fuß? Den spürt sie überhaupt nicht, und die Zehen vermag sie nicht zu bewegen. Sehen kann sie in dem schwarzen Wasser auch nichts. Wurde der Fuß bei dem Unfall abgetrennt? Aber dann wäre sie längst verblutet.

Was ist der Unterschied zwischen Zehen und einem Fuß? Begriffe fallen ihr nicht mehr ein, und ihre Verwirrung nimmt zu.

Spritzend und schäumend umgab das schwarze Wasser ihren Mund; diese übelriechende Flüssigkeit, die ganz anders war als das Wasser, das sie kannte. Doch sie hielt den Kopf so hoch hinauf, wie sie nur konnte, auch wenn ihr Hals unter der Anstrengung zitterte. (Seite 92)

Doch plötzlich wurde sie, angeschnallt auf einer Trage liegend, in blendendem Licht dahingeschoben; Lampen schienen auf sie herunter, fremde Menschen blickten auf sie herunter, ringsum der scharfe Krankenhausgeruch. Man pumpte schwarzes Wasser aus ihrer Lunge […] Sie wollte ihnen klarmachen, dass sie bei Bewusstsein war, dass sie ihr nicht weh tun sollten. (Seite 100)

Und er sprang doch noch in das schwarze Wasser, tauchte an das Auto heran […] Er befand sich über ihr und tauchte herunter, um endlich die Tür aufzureißen, diese Tür, hinter der sie gefangensaß, und ihr Herz schwoll vor Freude und Dankbarkeit, dass es fast platzte, ihre Augen quollen aus den Höhlen, sie streckte die Arme nach ihm aus, strebte ihm entgegen, damit seine kräftigen Finger ihre Handgelenke umfassen und er sie endlich, endlich aus dem schwarzen Wasser herausholen konnte. Sie machten sich gemeinsam auf, schnellten plötzlich mühelos, schwerelos zur Oberfläche empor, und sie schlüpfte wie ein trotziges Kind aus seinen Händen, versessen darauf, jetzt, da sie frei war, zu ihrer grenzenlosen Erleichterung selbst zu schwimmen, die abgestorbenen Beine zu bewegen, die ihr wieder gehorchten, als wäre alles nur ein schlimmer Traum gewesen. (Seite 140f)

Kelly ertrinkt.

Um 21.55 Uhr ruft der Senator von einer Telefonzelle aus unter falschem Namen im Ferienhaus der Familie St. John an und lässt Ray Annick an den Apparat holen. Stammelnd berichtet er von dem Unfall. Seine Begleiterin sei tot, sagt er. Sie sei betrunken gewesen, hysterisch geworden und habe ihm ins Steuer gegriffen. Obwohl sie den Unfall verursacht habe, befürchte er, wegen fahrlässiger Tötung belangt zu werden. Ray rät ihm, am Telefon nicht weiter darüber zu sprechen, erkundigt sich, wo der Senator sich befindet und verspricht, so rasch wie möglich zu ihm zu kommen.

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Es ist wohl kein Zufall, dass man beim Lesen des Romans „Schwarzes Wasser“ von Joyce Carol Oates an den Unfall von Edward Kennedy und Mary Jo Kopechne 1969 auf der Insel Chappaquiddick denkt.

Joyce Carol Oates lässt auch keinen Zweifel daran, dass die Protagonistin Kelly ertrinken wird. Bereits im ersten Absatz umreißt sie die gesamte Handlung des Romans „Schwarzes Wasser“. Dann versetzt sie sich immer intensiver in die Lage der Sechsundzwanzigjährigen, die nach dem Unfall in dem untergegangenen Autowrack eingeklemmt ist. Ziemlich genau in der Hälfte des Romans rettet sich der US-Senator, der den Wagen steuerte, und Kelly bleibt hilflos zurück.

Im Mittelpunkt steht nicht der berühmte Politiker, sondern die unbekannte junge Frau, die trotz ihrer schweren Verletzungen in einer Luftblase überleben will und auf Hilfe hofft. Die zunehmende Verwirrung und die unrealistischen Hoffnungen der Sterbenden sind ergreifend, aber an keiner Stelle larmoyant dargestellt.

(Zwar meinten die Rettungskräfte, die 1969 Mary Jo Kopechnes Leiche bargen, es habe in dem kaputten Fahrzeug noch Stunden nach dem Unfall eine Luftblase gegeben, aber ich weiß nicht, wie das Oldsmobile im Wasser lag. Joyce Carol Oates schreibt in „Schwarzes Wasser“, dass das Wrack des Toyota auf der Beifahrerseite liegt und der Senator sich durch die Fahrertüre über Kellys Kopf befreien kann. Ist es in diesem Fall möglich, dass sich eine Luftblase hält, die das Atmen eines Menschen ermöglicht?)

Joyce Carol Oates rollt das Geschehen in mehreren Anläufen auf, wird dabei immer detaillierter und holt zwischendurch die Vorgeschichte in Erinnerungsfragmenten der Sterbenden nach. Dieser gelungene Aufbau führt wie bei einem Musikstück zu Leitmotiven, Wiederholungen und Variationen. So taucht der Schlusssatz des Romans – „Als das schwarze Wasser ihre Lunge füllte, als sie starb.“ – auf Seite 92 zum ersten Mal auf und wird dann dreimal wiederholt (S. 100, 136, 142).

Obwohl über den tragischen Ausgang der Handlung von der ersten Seite an kein Zweifel besteht, ist „Schwarzes Wasser“ ein außergewöhnlich fesselnder Roman, weil Joyce Carol Oates immer stärker in die Tiefe geht.

Es ist kaum zu fassen, dass dieser inhaltlich bestürzende und literarisch anspruchsvolle Roman zumindest in Deutschland kaum beachtet wurde.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010
Textauszüge: ©

Edward Kennedy (Kurzbiografie)
Unfall von Edward Kennedy und Mary Jo Kopechne auf der Insel Chappaquiddick

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