Anything Else

Anything Else

Anything Else

Originaltitel: Anything Else – Regie: Woody Allen – Drehbuch: Woody Allen – Kamera: Darius Khondji – Schnitt: Alisa Lepselter – Darsteller: Woody Allen, Jason Biggs, Christina Ricci, Danny DeVito, Stockard Channing, Anthony Arkin, KaDee Strickland, Jimmy Fallon, William Hill, Diana Krall u.a. – 2003; 100 Minuten

Inhaltsangabe

"Ich habe mehr Probleme, als ein Selbstmord lösen könnte." Mit diesem Satz fasst der 21-jährige New Yorker Gag-Schreiber seine Lage zusammen. Der 40 Jahre ältere schrullige Lehrer David Dobel, der zu seinem väterlichen Freund wird, rät ihm, seinen unfähigen Manager zu feuern, seine launische Freundin zu verlassen und in L. A. einen Neuanfang zu wagen. Doch es fällt Jerry schwer, sich von Harvey, Amanda und New York zu trennen ...
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Kritik

In der sarkastischen Tragikomödie "Anything Else" beschäftigt Woody Allen sich wieder einmal mit intellektuellen Versagern und Beziehungsproblemen. Wie gewohnt, brilliert er mit seinem Wortwitz.
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Der einundzwanzigjährige jüdische New Yorker Gagschreiber Jerry Falk (Jason Biggs) hat nicht viel Erfolg, denn sein unfähiger Agent Harvey (Danny DeVito) wird von allen Insidern verlacht. Trotzdem bringt Jerry es nicht fertig, sich von ihm zu trennen. Auch die Ehescheidung wurde nicht von ihm, sondern von seiner Frau beantragt. Inzwischen lebt Jerry mit Amanda (Christina Ricci) zusammen. Er betet die Schauspielschülerin an, aber sie erweist sich als launisch, und seit einem halben Jahr mag sie keinen Sex mehr mit ihm. Von seinem Psychiater (William Hill) bekommt Jerry auch keine Hilfe.

Seine Lage fasst Jerry in dem Satz zusammen: „Ich habe mehr Probleme, als ein Selbstmord lösen könnte.“

Als sich Amandas Mutter Paula (Stockard Chaning) mit ihrem Freund überwirft, quartiert die Tochter sie ungeachtet der Proteste Jerrys in dessen Apartment ein, und die frühere Revuesängerin lässt es sich nicht nehmen, ein Klavier aufstellen zu lassen, denn die Trinkerin träumt nach fünfundzwanzig Jahren von einem Comeback. Mit Entsetzen beobachtet Jerry, wie sie eines Nachts einen neuen Freund mitbringt, mit ihm Kokain schnupft und ihre Tochter dazu animiert, es ebenfalls zu versuchen.

In einer Agentur für Komiker lernt der Verzweifelte einen sechzig Jahre alten jüdischen Lehrer kennen, der nebenbei Gags schreibt: David Dobel (Woody Allen). Der kennt nicht nur jedes Fremdwort, sondern hat auch für jede Lebenslage einen verqueren Spruch bereit, redet unaufhörlich, und nachdem er Amanda flüchtig kennen gelernt hat, warnt er Jerry vor ihrer Untreue. Das sehe er an ihren Augen, beteuert er, doch Jerry will es nicht glauben.

Bald muss er einsehen, dass Dobels Einschätzung richtig ist: Amanda treibt es mit anderen Männern. Als Jerry sie zur Rede stellt, erklärt sie ihm, sie habe dabei nur an ihn gedacht und sich die Sorge nehmen wollen, frigide geworden zu sein.

Dobel, der seine Schüler ins Kunstmuseum führt und ihnen ein wenig Kultur beizubringen versucht, weil er befürchtet, dass sie sich sonst gegenseitig mit Fahrradketten die Schädel einschlügen, hat in jedem Zimmer seines Hauses eine geladene Waffe. Er ist nämlich überzeugt, dass sechs Millionen ermordete Juden [Holocaust] den Antisemiten nicht genug waren. Außerdem glaubt er, dass inzwischen Leute ohne Grund totgeschlagen werden. Aus Fürsorge kauft er Jerry ein Gewehr, Munition und ein Überlebensset, das aus einem Kompass, einer Leuchtpistole, einer auch im Meer schwimmenden Taschenlampe und Wasser-Entkeimungstabletten besteht.

Der väterliche Freund drängt Jerry, sich von seinem Agenten, seinem Psychiater, Amanda und New York zu trennen und in Los Angeles ein neues Leben zu beginnen. Er werde in der Schule kündigen und ihn begleiten. In Hollywood, so David Dobel, werden Idioten aus New York Millionäre.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Als Jerry sich mit seinem Agenten in einem Restaurant trifft und ihm stammelnd und errötend erklärt, er werde keinen neuen Sieben-Jahres-Vertrag unterschreiben, bricht der Schmarotzer, der keinen Klienten außer Jerry hat, mit einem Herzanfall zusammen. Doch er überlebt den Schock.

Nachdem Amanda sich ihrerseits von Jerry getrennt hat, steht dessen Reise nach Kalifornien nichts mehr im Weg. Im letzten Augenblick eröffnet ihm Dobel, nicht mitkommen zu können. Er sei zu schnell gefahren und von zwei Polizisten angehalten worden, die sich über Juden lustig machten und Auschwitz als Themenpark bezeichneten. Da habe er einen der beiden erschossen und müsse nun untertauchen.

Jerry weiß nicht, ob Dobel wirklich einen Polizisten tötete oder nur einen Vorwand brauchte, um in New York bleiben zu können. Jedenfalls macht er sich auf den Weg nach Kalifornien und hört nie wieder etwas von Dobel. Als er dem Taxifahrer erzählt, was er erlebt hat, meint dieser: „You know, it’s like anything else.“

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Die melancholische Komödie „Anything Else“ dreht sich um intellektuelle Loser in New York, die Angst vor dem Versagen, Beziehungsprobleme und die vergebliche Suche nach dem Sinn des Lebens – die Themen, die auch die meisten anderen Filme von Woody Allen beherrschen. Die skurrile, tragikomische Figur David Dobel weist auch ernste und sarkastische Züge auf: Der Jude ist vom Holocaust traumatisiert und hat sich – wie viele Amerikaner – gegen Mörder und Einbrecher gerüstet. In „Anything Else“ verwendet Woody Allen auch Split Screens, aber der Film lebt vom Wortwitz. Während es in früheren Filmen er selbst war, der sich während der Handlung direkt ans Publikum wandte, überlässt er dies in „Anything Else“ der Figur Jerry Falk.

Mit „Anything Else“ wurden die 60. Filmfestspiele in Venedig eröffnet. Der Film floppte jedoch vor allem in den USA an den Kinokassen und spielte die Produktionskosten nicht ein. Dabei hatte DreamWorks auch noch 10 Millionen in die Werbung investiert.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

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